Christian Streich setzte sein breitestes Grinsen auf und tätschelte Torwart Mark Flekken. Der Trainer des SC Freiburg konnte sich nach dem 3:2 (0:1) bei Bayer Leverkusen über den unerwarteten Sprung an die Tabellenspitze freuen. „Spitzenreiter, Spitzenreiter“-Sprechchöre hallten aus dem Freiburger Fanblock, Streich wusste gar nicht so recht wohin mit seinen Emotionen und herzte fast jeden seiner Spieler. Weil der hoch gelobte FC Bayern nach dem Remis gegen Mönchengladbach auch gegen Union Berlin nicht über ein 1:1(1:1) hinaus kam, ist Freiburg top.

Für den Klub hat das schon historische Dimensionen: der SC wird erst zum zweiten Mal in seinen 23 Bundesliga-Jahren einen Spieltag als Tabellenführer beenden. Beim ersten Mal im Jahr 2000 standen die Badener nach dem ersten Spieltag an der Spitze, nun am fünften quasi so spät wie nie. „Es gibt Schlimmeres, als Tabellenführer zu sein in der Bundesliga, ich habe schon schlechtere Nachrichten gehört. Es ist ein sensationeller Saisonstart. Uns freut es, dass wir so effektiv sind“, sagte SC-Kapitän Christian Günter.

Streich: Ziel „SC in der Liga zu halten“ 

Wenig später hatte sich sein Coach schon wieder heruntergekühlt. „In einer Saison, in der wir Europapokal spielen, geht es darum, dort gute Spiele zu machen und den SC Freiburg in der Liga zu halten“, erklärte er allen Ernstes, dabei ist er mit seiner Mannschaft im Moment vom Abstieg weitestmöglich entfernt. Nur mit „Glück“ habe man das Spiel in Leverkusen gewonnen. Doch allein mit Glück lässt sich der traumhafte Start der Freiburger in diese Bundesliga-Saison nicht erklären. Im fünften Spiel gelang bereits der vierte Saisonsieg, und das trotz eines Rückstands zur Halbzeit.

Kerem Demirbay (16.) erzielte mit seinem ersten Saisontor die Führung für Leverkusen. Zwei Standards brachten dann die Wende: Nationalspieler Matthias Ginter (48.) glich kurz nach dem Seitenwechsel aus, Michael Gregoritsch (51.) drehte die Partie. Nachdem Torjäger Patrik Schick…