02.09.2022, 11:01
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Im September sollte in Belgrad die Europride stattfinden, eine paneuropäische LGBTQI-Veranstaltung. Doch Präsident Aleksandar Vucic sagte die Pride-Veranstaltung ab, aus „Sicherheitsbedenken“. Im Rest Europas ist man nicht erfreut darüber.

Es sollte die erste Europride im Südosten Europas sein. Vom 12. bis 18. September sollte es in der serbischen Hauptstadt Belgrad Paraden, Konferenzen, Theater, Film und Kunst geben bei diesem Festival der LGTBQI-Gemeinschaft, das seit 1992 jeden Sommer in einem anderen europäischen Land organisiert wird. LGBTQI, das steht für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender, queer und intersexuell.

Doch einer macht einen Strich durch die Rechnung: Serbiens Präsident Aleksandar Vucic. Dieser hatte am Wochenende erklärt: „Die Pride-Parade, oder wie auch immer man sie nennen mag, wird verschoben oder abgesagt.“

Es gebe „alle möglichen Probleme“, darunter Engpässe bei der Energie- und Lebensmittelversorgung. Es gebe aber auch Sicherheitsbedenken aufgrund der jüngsten Spannungen zwischen Serbien und dem Kosovo. Vucic sagte, er sei „nicht glücklich“ über die Entscheidung, die Europride abzusagen, „aber wir können nicht alles auf einmal tun“. „Natürlich gefährdet dies die Rechte von Minderheiten und das ist ein Problem für uns, aber im Moment wird der Staat durch alle möglichen Probleme unter Druck gesetzt.“

Lesbische Ministerpräsidentin verteidigt Absage

Auch die Regierung des Landes beharrte auf einer Absage. Ministerpräsidentin Ana Brnabic – offen lesbisch und mit einer Frau zusammenlebend – begründete das Verbot ebenfalls mit drohenden Spannungen mit dem Nachbarland Kosovo, obwohl beide Staaten eigentlich ihren Streit um die gegenseitige Anerkennung von Personaldokumenten beigelegt hatten.

Auf Serbien komme eine…