Segelschulschiff der Marine
„Gorch Fock“: Neue Anklage wegen Millionenschadens

Das Segelschulschiff der Deutschen Marine, die „Gorch Fock“, Mitte August nach einem Törn auf der Ostsee. Foto

© Jens Büttner/dpa

Kein Ende des Dramas um die Sanierung der „Gorch Fock“ – die Staatsanwaltschaft erhebt Betrugsanklagen gegen zwei frühere Werftmanager. Es geht um millionenschwere falsche Abrechnungen.

Neue Anklagen wegen der Ungereimtheiten bei der Sanierung der „Gorch Fock“: Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat Anklagen gegen zwei Ex-Vorstände der Elsflether Werft erhoben. Verdächtigt werden sie des gewerbsmäßigen Betrugs in einem besonders schweren Fall. Die beiden Männer sollen zwischen 2014 und 2018 dafür verantwortlich gewesen sein, dass die Werft Leistungen von Subunternehmen „systematisch“ falsch beim Marinearsenal in Wilhelmshaven abgerechnet habe, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Der Marine, der das Segelschulschiff gehört, soll ein Schaden von gut 7,2 Millionen Euro entstanden sein. Zuerst hatte das Nachrichtenportal „The Pioneer“ über die Anklagen berichtet.

Seit Jahren ermittelt die Staatsanwaltschaft im Fall der Sanierung des Segelschulschiffes. Im Januar teilte die Behörde mit, zwei Ex-Vorstände der Elsflether Werft wegen Vorteilsgewährung, Untreue, unerlaubter Bankgeschäfte und Insolvenzverschleppung anzuklagen. Auch gegen Mitarbeiter der Werft, einen zivilen Mitarbeiter der Marine in Wilhelmshaven sowie Subunternehmer wurde ermittelt. Viele Verfahren wurden gegen Geldauflage eingestellt.

Die kleine Werft an der Unterweser war Hauptauftragnehmerin bei der Sanierung der „Gorch Fock“. Deren Kosten explodierten von geplant 10 Millionen Euro auf schließlich 135 Millionen Euro. In der Diskussion über die hohen Kosten geriet auch das Geschäftsgebaren der Werft in den Fokus. Im Februar 2019 meldete sie Insolvenz an. Die Bremer…