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„heute wichtig“
Politische Filter & verbotene Interviews – wie der NDR seine Glaubwürdigkeit verspielt

NDR in Kiel: Nur lückenlose Aufklärung kann die Glaubwürdigkeit des Senders wiederherstellen.

© Axel Heimken / DPA

02.09.2022, 06:33
3 Min. Lesezeit

„Politische Filter“, gekürzte Interviews, untersagte Gespräche. Beim NDR Kiel herrscht Fassungslosigkeit über die Dimension der Vorwürfe, die der stern aufgedeckt hat. Investigativ-Journalist Markus Frenzel hat den Skandal ins Rollen gebracht.

Die Mitarbeiter:innen des Landesfunkhauses Kiel hatten in dieser Woche überlegt, ob sie überhaupt senden wollen, so fassungslos ist man dort. Der Direktor des NDR-Landesfunkhauses Schleswig-Holsteins, Volker Thormählen ist nun für einen Monat im unbezahlten Urlaub, um sich den Vorwurf nicht gefallen lassen zu müssen, er würde die Aufklärung behindern. Denn mit dem NDR steht auch für die gesamte ARD das wohl größte Gut auf dem Spiel, die Glaubwürdigkeit.

NDR wirbt mit Investigation

Gerade der NDR präsentiert sich gerne als unbequem, äußerst kritisch, wirbt mit seinem investigativen Journalismus. Der Investigativjournalist von RTL Deutschland, Markus Frenzel hat die Missstände recherchiert. Im Gegensatz zum rbb-Skandal, bei dem es um abgerechnete Spesen, Dienstwagen und dem Ausbau der Intendantinnen-Etage ging, ist der NDR-Fall ein ganz anderer: Bei Geld kann man sagen: Das geht jetzt nicht mehr, jetzt ist Schluss, nur wie kann ich nachweisen, dass ich politisch objektiv in Zukunft berichten werde, dass ich nicht voreingenommen bin, dass ich keine Filter habe? Das sieht ja der Zuschauer an sich ja erst mal nicht“, sagt er in der 353. Ausgabe des Podcasts „heute wichtig“.  

Konkret geht es zum Beispiel um die Alkohol-Fahrt eines hochrangigen Politikers: „Der parlamentarische Geschäftsführer der…