Großbritannien
Stimmabgabe im Wahlkampf um Johnson-Nachfolge beendet

Anwärter um die Nachfolge von Premierminister Johnson: der ehemalige Finanzminister Rishi Sunak und Außenministerin Liz Truss. Foto

© Kirsty Wigglesworth/AP/dpa

Liz Truss oder Rishi Sunak – wer wird kommende Woche Großbritanniens wichtigstes Amt übernehmen? Die Mitglieder der Tories haben ihre Stimmen abgegeben. Das Ergebnis gibt es aber noch nicht.

Der wochenlange Wahlkampf um die Nachfolge des britischen Premierministers Boris Johnson ist vorbei. Am Freitagnachmittag endete die Frist, bis zu der die Mitglieder der Konservativen Partei ihre Stimme abgeben durften. Sie hatten die Wahl zwischen Außenministerin Liz Truss und Ex-Finanzminister Rishi Sunak. Das Ergebnis wollen die Tories am Montagmittag bekanntgeben, am Dienstag soll dann Königin Elizabeth II. die Siegerin oder den Sieger auf ihrem Landsitz Schloss Balmoral in Schottland empfangen und offiziell ernennen. Umfragen sehen die 47-jährige Truss klar in Führung.

Der amtierende Premier Johnson hatte Anfang Juli nach erheblichem Druck seiner Partei seinen Rückzug angekündigt. Dutzende Parteimitglieder waren aus Protest gegen seine Amtsführung von ihren Regierungsämtern zurückgetreten. Daraufhin stellten sich eine ganze Reihe prominenter Abgeordneter zur Wahl. In mehreren Wahlgängen in der Tory-Parlamentsfraktion setzten sich Truss und Sunak durch. Die letzte Entscheidung lag dann bei den Parteimitgliedern, von denen es schätzungsweise bis zu 200 000 gibt. Die Partei macht dazu keine Angaben.

Neue Probleme für Johnson?

Kurz vor seinem Aus als britischer Premierminister wehrt sich Boris Johnson mit Nachdruck gegen eine Untersuchung der Partygate-Affäre im Unterhaus. Ein Anwalt der Regierung sagte am Freitag, das Vorgehen eines Parlamentsausschusses sei unfair und „grundsätzlich fehlerbehaftet“.