Analyse

Fußball
95 Millionen Euro für einen Stürmer aus Holland – warum der Transfermarkt überhitzt ist wie nie

Teure Transfers: Antony wechselte für 95 Millionen Euro von Amsterdam nach Manchester

© MAURICE VAN STEEN/ / Picture Alliance

02.09.2022, 13:34
4 Min. Lesezeit

Die jüngste Transferperiode im europäischen Fußball war reich an verrückten Deals. Vor allem englische Klubs trieben die Preise in die Höhe. Die Bundesliga jedoch blieb gelassen und konnte sogar einige ihrer besten Kräfte langfristig binden.

Der „kicker“ ist so etwas wie das Amtsblatt der deutschen Fußballbranche. Sachlich im Ton, seriös in den vermeldeten Inhalten. Doch nun hat sich der „kicker“ einer Falschmeldung schuldig gemacht: „Manchester United schnappt sich Antony“ hieß es auf der Website des Fachblatts. Richtig ist, dass der brasilianische Stürmer von Ajax Amsterdam nach England wechselt. Falsch ist, dass ManU ihn sich „geschnappt“ hätte.  Das klingt federleicht, gerade so, als hätte Antony für ein paar Sekunden auf Transfermarkt getanzt, und Manchesters Sportdirektor habe dann blitzschnell gerufen: „Kauf ich!“

Das Gegenteil stimmt. Der Transfer von Antony zog sich über Wochen, erst erklärte Ajax den Angreifer für unverkäuflich, um ihn dann schließlich für 95 Millionen Euro gehen zu lassen. 

Die Premier League bleibt weiter das Kraftzentrum des europäischen Fußballs

Der Wechsel von Antony, 22, aufgewachsen in Sao Paulo, strahlt weit über Manchester und die Premier League hinaus. Es ist die wohl verrückteste Personalie der Sommer-Transferperiode, die am Donnerstagabend endete. Fast 100 Millionen für einen Stürmer, der in gerade mal 57 Spielen 18 Tore für Ajax geschossen hat, das ist aberwitzig. Zum Vergleich: Erling Haaland, einer der weltbesten Stürmer, ging im Juni für 70 Millionen von Borussia Dortmund zu Manchester…