Sex gegen Geld
Twitter wollte das neue Onlyfans werden – und scheiterte an seinem Kinderpornografie-Problem

Der Markt für bezahlte sexuelle Inhalte im Internet ist groß

© PA/ / Picture Alliance

01.09.2022, 08:17
3 Min. Lesezeit

Mit einem Abo-Modell für Sex-Inhalte plante Twitter, endlich richtig Geld zu verdienen. Doch der Plan scheiterte. Weil der Konzern die Problematik illegaler Inhalte nicht in den Griff bekam.

In den letzten Monaten machte Twitter vor allem mit einem Schlagzeilen: Der Streit mit Elon Musk um eine eigentlich vereinbarte Übernahme. Hätte der Konzern im Frühjahr seinen damaligen Plan umgesetzt, wäre die Situation möglicherweise eine völlig andere. Nachdem man dort lange Sex-Inhalte geduldet hatte, wollte Twitter wohl aufs Ganze gehen. Und sich als Konkurrent zu Onlyfans etablieren.

Das berichtet „The Verge“ unter Berufung auf Insider und interne Dokumente des Unternehmens. Demnach hatten einige Führungsmitglieder versucht, bei Twitter eine Monetarisierung der dort ohnehin schon weit verbreiteten Sex- und Pornoinhalte zu bewegen. Die Logik: Schon jetzt gilt Twitter als eine der wichtigen Werbeplattformen für die zahlreichen Onlyfans-Models, das Geld verdient dann aber eben der Erotik-Dienst und nicht Twitter. Indem man den Models gleich bei Twitter bezahlte Abos mit Sex-Inhalten ermöglichen würde, könnte man dieses Geld selbst einnehmen, argumentierten die Befürworter des Features im Unternehmen.

Interview

Pornosucht

Sexualtherapeutin über Pornos in der Pandemie: „Viele masturbieren sich vor dem Computer ihren Frust weg“

11.04.2022

Onlyfans‘ rasanter Aufstieg

Der Wunsch ist durchaus nachvollziehbar. Obwohl Onlyfans erst wenige Jahre alt ist, ist das Unternehmen auf dem besten Wege, dieses Jahr Umsätze von 2,5 Milliarden Dollar zu verzeichnen. Das ist knapp die Hälfte…