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„heute wichtig“
Belastungsprobe Studium: Zwischen Leistungsdruck und Pandemie

Ein Studierender sitzt vor einer Wand mit vielerlei Anzeigen im Bereich der Erziehungswissenschaften der Frankfurter Goethe-Universität

© Frank Rumpenhorst / DPA

01.09.2022, 06:20
2 Min. Lesezeit

Isolation, Monotonie, die völlige Unplanbarkeit der Zukunft und ein fehlendes Sicherheitsgefühl: Die Pandemie war eine Belastungsprobe für Studierende. Nun lichtet sich die Lage zwar ein wenig – aber mit oder ohne Corona stehen Studierende unter enormem Druck. 

Mehr Leistung, mehr Tempo und das in kürzerer Zeit – Studierende gehen heute mit deutlich mehr Druck in eine Phase ihres Lebens, die ihnen eigentlich die Möglichkeit geben sollte, sich auszuprobieren, unbeschwert Ziele zu entdecken und diese auch wieder zu verwerfen, erste Freiheiten auszukosten. In der 352. Folge von „heute wichtig“ erklärt Wilfried Schumann, Leiter des Psychologischen Beratungsservice an der Universität Oldenburg, was falsch läuft am System Uni. 

Mehr Leistung und ein höheres Tempo sind zum Zeitgeist geworden

„Die Studienbedingungen und Verläufe haben sich sehr gewandelt“, sagt Wilfried Schumann. Mit dem neuen Jahrtausend sei das Studium sehr stark auf mehr Strukturierung und eine kürzere Studienzeit ausgerichtet worden. Für manche sei diese Struktur gut gewesen, anderen mache das Leistungssystem zu schaffen. So sehr, dass Studierende einer Studie zufolge überdurchschnittlich oft zu Psychopharmaka greifen. Mit dem Bachelor- und Mastersystem ist mehr Leistung und ein höheres Tempo zum Zeitgeist geworden, sagt Wilfried Schumann. „Ich kann mir nicht leisten, ins Hintertreffen zu kommen“, das sei in den Köpfen der Studierenden tief verankert. Dabei gehe es beim Studium auch darum, nicht nur zielgerichtet zu forschen, seinen Geist in verschiedene Richtungen zu bewegen. „Ich…