Gesundheit
Tarifbezahlung in der Pflege greift – Hohe Kosten

Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste müssen von diesem Donnerstag an nach Tarifverträgen oder ähnlich zahlen, um weiterhin mit den Pflegekassen abrechnen zu können. Foto

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Die verpflichtende Tarifbezahlung verbessert die Bedingungen für viele Pflegekräfte. Doch höhere Löhne führen auch zu höheren Kosten – die Sorgen vor finanziellen Nöten der Pflegebedürftigen sind groß.

In Pflegeeinrichtungen in Deutschland greift jetzt eine verpflichtende Tarifbezahlung – Patientenvertreter, Anbieter und Gewerkschaften warnen aber vor Kostensprüngen für Pflegebedürftige und fordern ein Gegensteuern der Politik.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) verteidigte die Tariftreue-Regelung für die Einrichtungen, die auch wirke. „Die Löhne der Pflegekräfte in den Heimen steigen erheblich, und das ist gewollt. Endlich wird ihre wichtige Arbeit besser entlohnt“, sagte er.

Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste müssen seit Donnerstag nach Tarifverträgen oder ähnlich zahlen, um mit den Pflegekassen abrechnen zu können. Die gesetzliche Vorgabe hatte noch die alte schwarz-rote Bundesregierung auf den Weg gebracht – auch um dringend gesuchte Pflegekräfte im Beruf zu halten und zu gewinnen. Inzwischen haben rund 90 Prozent aller Einrichtungen eine entsprechende verpflichtende Rückmeldung zur Tariftreue abgegeben, wie der Bundesverband der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) auf dpa-Anfrage mitgeteilt hatte.

DGB: Tariftreue gute Nachricht – aber zulasten der Falschen

Für den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) sagte Vorstandsmitglied Anja Piel der Deutschen Presse-Agentur, Tariftreue sei eine gute Nachricht für die Beschäftigten in der Pflege, die schon viel zu lange auf faire Löhne gewartet hätten. „Die…