Krieg in der Ukraine
Erbitterter Kampf um das Azovstal-Werk: Separatisten-Kommandeur verrät die russische Taktik

Das zerschossene Werk erinnert an die Kämpfe in Stalingrad.

© Telegram / PR

14.08.2022, 15:52
3 Min. Lesezeit

Im Azovstal-Werk verschanzten sich die letzten Verteidiger von Mariupol, bis sie sich ergeben mussten. Ein Kommandeur der Separatisten erzählt, wie die russische Armee das Werk einnehmen konnten.

Das Vostock-Bataillon gehört zu den Truppen der Separatisten-Republik Donezk (DNR), die schon in den Kämpfen 2014 und 2015 verwickelt waren. Soldaten dieser Einheit kämpften auch in der Stadt Mariupol und waren auch an der Einnahme des Azovstal-Werks beteiligt.

Nun schildert der Gründer des Bataillons, Aleksander Chodakowski, in einem Video-Interview die Kämpfe. Wie zu erwarten, folgt er der Sicht der Aggressoren, doch das Video ist im Ton ruhig gehalten. Chodakowski spricht nicht etwa mit einem Panzer im Hintergrund, sondern sitzt in einem bescheidenen Raum, der an ein Büro der 1960er-Jahre erinnert.

In dem Video verrät er einiges über die Taktik der russischen Seite. Er behauptet, dass die Azow-Kämpfer nicht damit gerechnet hätten, aus den Wohngebieten der Stadt vertrieben zu werden. Doch sie hatten ihren Stützpunkt in dem Werk ausgebaut. „Sonst hätten wir sie in den Wohngebieten ausgelöscht und ins Meer geworfen“, prahlt der Separatisten-Kommandeur.

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