Während die westliche Welt weiter um den britisch-indischen Autor bangt, scheint es Salman Rushdie etwas besser zu gehen. Der 75-Jährige wurde in einer Klinik in Erie in Pennsylvania notoperiert, wird aber nicht mehr künstlich beatmet. Inzwischen begann er wieder zu sprechen, wie sein Literaturagent Andrew Wylie der Zeitung „New York Times“ sagte. Rushdie werde wahrscheinlich ein Auge verlieren. Außerdem seien Nervenstränge in seinem Arm durchtrennt und seine Leber geschädigt worden. Der Angreifer habe bei der Attacke am Freitag zehn Mal auf den Autor der „Satanische Verse“ eingestochen, berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf Ermittler. Der Mann traf Rushdie mehrfach in Hals und Bauch.  Der „Washington Post“ sagte Wylie am Sonntag: „Der Weg zur Genesung hat begonnen.“ Rushdies Verletzungen seien schwer, aber sein Gesundheitszustand entwickele sich in die richtige Richtung.

Das Motiv des Angreifers bleibt vorerst im Dunkeln. Nach Angaben der Polizei handelt es sich um den 24-Jährigen Hadi M. aus Fairfield im Bundesstaat New Jersey. Er sitzt wegen versuchten Mordes zweiten Grades und Körperverletzung zweiten Grades in Untersuchungshaft, ohne dass derzeit eine Möglichkeit zur Freilassung gegen Kaution besteht. Mord zweiten Grades ist ein eigenständiger Tatbestand im US-Rechtssystem. Er kann im Bundesstaat New York mit jahrelangen Haftstrafen belegt werden. Der Verdächtige erklärte sich derweil vor einem New Yorker Gericht für nicht schuldig. 

Mitglieder der UN-Friedenstruppe UNIFIL und der libanesischen Armee am Samstag auf dem Hauptplatz des südlibanesischen Grenzdorfs Yaroun – hier sollen die Eltern des mutmaßlichen Attentäters leben

Die Familie von M. stammt offenbar aus einem Dorf im Süden des Libanon. Der junge Mann hatte sich auf der Bühne eines Kulturzentrums der Kleinstadt Chautauqua auf den britisch-indischen Autor gestürzt und ihm mehrfach in Hals und Bauch gestochen. Nachdem er von Zuschauern überwältigt worden war, hatte ihn ein…