Vulkan-Ausbruch
Pompeji – das Haus der Geister zeigt das Leben der Bürger der Mittelschicht

Noch sind die Haushaltsgegenstände teilweise von der Asche umschlossen.

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14.08.2022, 08:51
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Das Haus der Geister besitzt einen prächtigen und repräsentativen Innenhof. Doch die Wohnräume konnten die Besitzer noch nicht verzieren. Ihr Haus zeigt den Aufstiegswillen der kleinen Leute im Imperium.

Der Ausbruch des Versuv 79 n. Chr. hat die beiden Küstenstädte Herculaneum und Pompeji wie in einer Zeitkapsel bewahrt. Die Lavaasche überdeckte und schützte die Überreste der Städte über fast 2000 Jahre. Bislang wurden häufig die großen prächtigen Villen ausgegraben und bestaunt. In letzter Zeit wenden sich die Archäologen auch den „kleinen“ Leuten zu. Bekannt sind das Haus des Handwerkes und der unlängst gezeigte Straßenimbiss. In einem Haus, das erstmals 2018 ausgegraben wurde, hat man nun wertvolle Details aus dem Leben der einfachen Bürger entdeckt. Prachtstück des Hauses ist der Innenhof, der „verzauberte“ Garten. Seine Wände sind mit Fresken geschmückt. Im hinteren Teil findet sich ein großer Schrein für die Lares, die Hausgeister. Seinetwegen wird das Gebäude auch das Haus der Geister genannt.

Der schöne Schein

Der Innenhof ist der repräsentativste Teil des Gebäudes. „Die Besitzer konnten den Hof, in dem sich der Lares-Schrein und ein Brunnen befanden, mit hervorragenden Gemälden ausstatten, aber offensichtlich hatten sie nicht genug Geld für ihre Räume“, so der Direktor des Parks, Gabriel Zuchtriegel. „Wir wissen nicht, wer hier gelebt hat, aber das prächtige Leben, das im Hof ​​dargestellt wird, war wohl eher ihr Wunsch als Alltagsrealität.“ In diesem Hof konnten die Bewohner sich darstellen und Besucher empfangen, im Gebäude selbst geht es bescheidener zu.

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