Ein gutes Pferd, so heißt es, springt nur so hoch, wie es muss. Während die Springreit-Elite am Schlusstag der Reit-WM in Herning deutlich mehr investierte als dieses Mindestmaß an Einsatz, setzte der FC Bayern München das Motto im Spiel gegen VfL Wolfsburg konsequent um. Nur 2:0 (1:0) hieß es am Ende eines einseitigen Spiels. Man dürfe „nicht auseinanderfallen, sonst wird es eklig“, hatte Wolfsburgs Trainer Niko Kovac vor dem Duell gegen seinen Ex-Klub in München gewarnt und hinzugefügt, es sei schon ganz gut, „wenn wir fußballerisch mithalten können. Bei einem Gegner, der übermächtig ist, das muss man schon sagen.“ Dabei spielte Kovac wohl auf die beiden überzeugenden Auftritte der Bayern beim Sieg im DFL-Supercup gegen RB Leipzig und zum Liga-Auftakt bei Eintracht Frankfurt an.

Eklig wurde es nicht, aber unter dem Strich muss wohl auch Kovac einsehen, dass seine Mannschaft es nicht geschafft hat, fußballerisch mitzuhalten – vielleicht abgesehen von der ersten Viertelstunde. Da gab es auch die beste Möglichkeit für den VfL. Ein Klärungsversuch von Bayern-Abwehrspieler Alphonso Davies landete am eigenen Pfosten. Insgesamt waren die Bemühungen der VfL-Spieler aber viel zu harmlos. Man hatte immer das Gefühl, dass die Bayern locker höher hätten gewinnen können, wenn sie denn ernst gemacht hätten. Aber sie wollten anscheinend nicht – und Wolfsburgs Bester, Torhüter Koen Casteels, hatte in der einen oder anderen Situation etwas dagegen, dass die Bayern das Ergebnis weiter nach oben schraubten.

Müller vor der Pause mit der Vorentscheidung

„Es läuft richtig gut für uns, wir spielen guten Fußball“, sagte Bayerns Jamal Musiala. Der Nationalspieler erzielte vor 75.000 Zuschauern in der Allianz Arena bereits sein drittes Saisontor. Es war das 1:0 (33. Minute). Noch vor der Pause erhöhte Thomas Müller auf 2:0 (43.). Eine persönliche Genugtuung für den Weltmeister von 2014, schließlich war Müller in all seinen Jahren beim FC Bayern immer unangefochtener…