Offenbar hat der 34-jährige Täter zunächst eine Mutter und ihre beiden acht und elf Jahre alten Kinder erschossen. Das sagte der Polizeichef von Cetinje, Zoran Brdjanin, in einem Video. Demnach lebten die ersten Opfer als Mieter in dem Haus des Amokläufers im Stadtteil Medovina. Warum er sie erschossen hat, ist bislang völlig unklar. Medien berichteten von einem „Familienstreit“.

In diesem Haus im Stadtteil Medovina begann der Amoklauf, dem am Ende zehn Menschen zum Opfer fielen

Anschließend ging der als „V.B.“ titulierte Mann mit seinem Jagdgewehr auf die Straße und zielte wahllos auf Passanten. Insgesamt schoss er auf 13 Menschen, von denen sieben starben. Sechs wurden verletzt in Krankenhäuser eingeliefert, drei von ihnen schweben nach Angaben der Ärzte in Lebensgefahr.

Passant tötet Amokläufer

Der Amoklauf endete erst, als ein Passant den Täter erschoss. Das sagte die leitende Staatsanwältin Andrijana Nastic. Ihren Angaben zufolge wurde bei dem Einsatz auch ein Polizist verletzt.

MontenegrosPräsident Milo Djukanovic schrieb auf Twitter, dass er „tief bewegt“ sei von den Nachrichten über „diese schreckliche Tragödie“ und rief zu „Solidarität mit den Familien, die geliebte Menschen verloren haben“, auf.

Premierminister Dritan Abazovic sprach auf Telegram von einer „nie dagewesenen Tragödie“ und rief die Bevölkerung auf, „in ihren Gedanken bei den Familien der unschuldigen Opfer, ihrer Angehörigen und Freunde und allen Bewohnern von Cetinje“ zu sein. Er ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Schlimmste Bluttat seit Jahrzehnten

Die 14.000-Einwohner-Stadt liegt etwa 36 Kilometer westlich der Hauptstadt Podgorica. Bis 1918 war Cetinje unter König Nikola I. zur Hauptstadt des Landes gemacht worden. Heute ist sie der Amtssitz des Präsidenten, nicht aber der Regierung.

Cetinje, ehemalige Hauptstadt und eingebettet in idyllische Berglandschaft

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