Dürre
Niedrigwasser bringt Binnenschiffer in die Bredouille

Der Pegelturm am Mittelrhein bei Kaub. In Kaub wird einer der wichtigsten Bezugspegel für die Rheinschifffahrt am Mittelrhein gemessen. Foto

© Thomas Frey/dpa

Viele Binnenschiffer blicken gebannt auf Kaub im Oberen Mittelrheintal. Hier zeigt ein Leitpegel den immer tiefer sinkenden Wasserspiegel. Dies erzwingt stetig kleinere Schiffsladungen – mit Folgen für die Wirtschaft.

Das weiter sinkende Niedrigwasser der Flüsse im trockenen Hochsommer bringt die Binnenschifffahrt ins Schlingern. Das kann in Zeiten von ohnehin gestörten Lieferketten weitreichende Folgen für die Wirtschaft haben.

Die Sorge geht um, dass sich für einen Teil der Frachtschiffe die Fahrt auf dem Mittelrhein in ein oder zwei Wochen gar nicht mehr lohnt. Schließlich können sie wegen der Gefahr der Grundberührung immer weniger laden, wie der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) mitteilt. Entscheidend ist der Pegelstand Kaub nahe dem Loreley-Felsen im Unesco-Welterbe Oberes Mittelrheintal als niedriges Nadelöhr der gesamten Rheinschifffahrt.

Wie sieht die Lage hier aktuell aus?

„Die Schiffe sind derzeit auf dem gesamten Rhein mit weniger als der Hälfte der üblichen Ladungsmengen unterwegs, am Mittelrhein teilweise auch nur noch mit circa einem Drittel, teilt die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) des Bundes mit. Der Leitpegel Kaub zeigt am Freitagmorgen nur noch 42 Zentimetern an. Willkürlich angebrachte Flusspegel sind nur eine relative und keine absolute Wassertiefe. Die Fahrrinnentiefe bei Kaub gibt die WSV am Freitagmorgen mit 1,54 Zentimetern an. Wobei Frachter laut dem BDB 20 Zentimeter Sicherheitsabstand zwischen Kiel und Flusssohle brauchen. Für die kommenden Tage erwartet die WSA einen weiteren Fall des Wasserstands bei Kaub um 10 bis 15 Zentimeter und dann wohl wieder…