Der Autor Salman Rushdie ist bei einer Kulturveranstaltung im US-Bundesstaat New York angegriffen worden. Nach Angaben der Polizei wurden er und sein Gesprächspartner auf einer Bühne in einem Veranstaltungshaus im Ort Chautauqua im Westen des Bundesstaats New York angegriffen. 

Ein Reporter der Nachrichtenagentur Associated Press sah, wie ein Mann die Bühne stürmte und begann, auf Rushdie einzustechen, als er gerade vorgestellt wurde. Die Polizei teilte weiter mit, der 75-jährige Autor sei mit Stichwunden am Hals per Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht worden. Nach Angaben seines Agenten wurde Rushdie notoperiert und an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Nervenstränge in seinem Arm seien durchtrennt und seine Leber sei beschädigt worden, erklärte der Manager. Rushdie könne ein Auge verlieren.

Der Angreifer wurde von Zuschauern überwältigt und von einem anwesenden Polizisten festgenommen. Das Motiv des 24-Jährigen aus Fairfield im nahe New York gelegenen Bundesstaat New Jersey ist bislang unklar.

Der Mann, der Rushdie interviewen sollte, sei leicht am Kopf verletzt worden, hieß es weiter. Die „New York Times“ zitiert eine Zeugin: „Es gab nur einen Angreifer“. Und weiter: „Er war schwarz gekleidet. Er hatte ein loses schwarzes Kleidungsstück an. Er rannte blitzschnell auf Rushdie zu.“  

Helfer kümmern sich um den am Boden liegenden Autor

Wegen seines Werks „Die satanischen Verse“ aus dem Jahr 1988 war Rushdie einst mit einer Fatwa belegt worden, die zu seiner Tötung aufforderte. Einige Muslime fühlten sich durch das Werk in ihrem religiösen Empfinden verletzt. Irans Revolutionsführer Ajatollah Khomeini erließ damals ein islamisches Rechtsgutachten, das zur Tötung Rushdies und all derer aufrief, die an der Verbreitung des Buches beteiligt waren.

Rushdie war bei seiner Vorstellung von einem Mann attackiert worden, der die Bühne stürmte

Ein japanischer Übersetzer wurde später tatsächlich getötet. Rushdie musste untertauchen, erhielt…