Bei seinem Namen können selbst jene kurz ins Stocken geraten, denen die jüngere Musikgeschichte nicht unbekannt ist. Lamont Dozier war nicht nur ein Mann im Hintergrund, sondern vor allem Teil eines legendären Trios, dessen Namen dann schon deutlich geläufiger sind: Holland, Dozier, Holland – die Songwriter und Produzenten prägten das Motown-Label in Detroit, Michigan.

Dort kam Lamont Dozier am 16. Juni 1941 zur Welt, schon früh versuchte er sich erfolglos selbst als Sänger. Berry Gordy erkannte trotzdem das Talent und holte Dozier 1962 zu seinem drei Jahre zuvor gegründeten Motown-Label – ein Glücksfall für beide Seiten, denn ohne die Songs von Holland, Dozier, Holland wäre Motown heute vielleicht kein eigenständiger Begriff für den Soul-Sound der 1960er-Jahre: selbstbewusst und funky, auf den ersten Blick unpolitisch, aber Begleitmusik der schwarzen Bürgerrechtsbewegung.

In den 1960ern Heimstätte des Soul: das Motown Museum Hitsville in Detroit

Detroit im Rust Belt, der größten Industrieregion der USA, war die Heimat der großen US-Autohersteller und Motorfabriken – die Motor Town, aus der Berry Gordy kurzerhand den Namen Motown machte. Nach dem Vorbild der Fertigungsbänder in den Autofabriken sollte sein Label Hits am Fließband produzieren.

Die Brüder Eddie und Brian Holland und Lamont Dozier setzten Gordys Ziel um, bald erreichte Motown auch ein weißes Publikum und landete nicht mehr nur in den von Schwarzen geprägten R&B-Charts, sondern den großen, den Billboard-Charts, ganz oben.

„The Black Bach“

Wer heute das Booklet einer Motown-Compilation durchblättert, stößt permanent auf ihre Namen: unter „Heat Wave“ von Martha & The Vandellas, „You Can’t Hurry Love“, „Stop! In the Name of Love“ und etlichen anderen Songs von The Supremes um Leadsängerin Diana Ross, „I Can’t Help Myself“ der Four Tops, „How Sweet It Is (To Be Loved By You)“ von Marvin Gaye.

Dozier war an einem Dutzend Nummer-eins-Hits beteiligt, 35 von ihm mitgeschriebene Lieder…