Tiere
Wo es noch neue Ameisenarten zu entdecken gibt

Viele bisher unbekannte Arten könnte es in den tropischen Anden, im Westghats-Gebirge in Indien und in großen Teilen Südostasiens geben. Foto

© Sina Schuldt/dpa

In den meisten Land-Ökosystemen machen sie einen großen Teil der Masse von Tieren dort aus: Ameisen sind höchst erfolgreiche Weltbesiedler, wie eine neue Analyse bestätigt.

Sie buddeln Nester in die Fugen städtischer Gehwegplatten, tragen in Wäldern riesige Haufen zusammen und überraschen mit betriebsamen Transportstraßen mitten in der Küche: Ameisen scheinen sich allerorts wohlzufühlen. Tatsächlich gibt es sie fast überall auf der Welt, auch in sehr unwirtlichen Regionen.

Lediglich die Polgebiete sind ameisenfrei, wie Forschende im Fachmagazin „Science Advances“ erläutern. Zu mehr als 14.000 bekannten Ameisenarten haben sie Vorkommen und Verbreitung in einer Weltkarte zusammengetragen.

Insgesamt könnte es doppelt so viele Spezies geben, denn das Vorkommen der Ameisen ist in manchen Weltregionen nicht gut untersucht, wie das Team um Evan Economo und Jamie Kass vom Okinawa Institute of Science and Technology in Onna (Japan) schreibt. Mit einem Computermodell haben sie errechnet, in welchen dieser Gegenden es wahrscheinlich eine große biologische Vielfalt bei Ameisen gibt. „Dies gibt uns eine Art „Schatzkarte“, die uns zeigen kann, wo wir als nächstes nach neuen Arten mit begrenztem Verbreitungsgebiet suchen sollten“, so Economo. Viele bisher unbekannte Arten könnte es demnach etwa in den tropischen Anden, im Westghats-Gebirge in Indien und in großen Teilen Südostasiens geben.

Ameisen sind wichtig für das Funktionieren von Ökosystemen, unter anderem, weil sie für das Belüften des Bodens sorgen, Kadaver beseitigen und Samen verbreiten. Schätzungen zufolge könnte die Biomasse aller Ameisen auf der Erde ähnlich…