Migration
Ausreise gefährdeter Afghanen kommt langsamer voran

Ein Taliban-Kämpfer hält sein Gewehr in der Hand, während Menschen in Kabul auf die Verteilung von Lebensmittelrationen durch eine Hilfsorganisation warten. Foto

© Ebrahim Noroozi/AP/dpa

Seit dem Abzug internationaler Truppen aus Afghanistan hat Deutschland Tausende schutzbedürftige Menschen aus dem Land aufgenommen. Zeitnah sollte weiteren Afghanen die Ausreise ermöglicht werden – doch es gibt Probleme.

Deutschland hat seit dem Abzug der Nato-Kräfte aus Afghanistan vor rund einem Jahr insgesamt 23.614 ehemaligen afghanischen Ortskräften und Familienangehörigen die Aufnahme zugesichert. Tatsächlich eingereist sind bisher 17.556, berichtete die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf). Das Bamf bestätigte die Zahlen.

Bei geplanten Ausreisen weiterer Menschen gibt es derzeit allerdings Probleme: Diese werden nach Angaben der Bundesregierung von den militant-islamistischen Taliban behindert.

Wegen immer neuer Schikanen der Machthaber in Kabul gerate das Notfallprogramm für Tausende frühere Ortskräfte deutscher Institutionen, politische Aktivisten und Künstler ins Stocken, schrieb der „Spiegel“ und berief sich auf interne Zahlen des Auswärtigen Amtes. Es sei zwar gelungen, im Juli 1044 Afghaninnen und Afghanen nach Deutschland zu bringen. Von Anfang Juli bis Mitte September sollte ursprünglich aber 7700 Afghanen die Ausreise ermöglicht werden. Dieses Ziel erscheine angesichts der zunehmend strikteren Kontrollen der Taliban jedoch mittlerweile nicht mehr realistisch, schrieb der „Spiegel“ weiter.

Auswärtiges Amt: Ausreisen gehen langsamer voran

Aus dem Auswärtigen Amt hieß es dazu auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, die Ausreisen gingen derzeit…