Krisenland
Protest in Sri Lanka gegen Notstand

Demonstranten reagieren auf eine Lautsprecherdurchsage der Polizei, in der sie aufgefordert werden, den Ort der monatelangen Proteste gegen die Regierung vor dem Büro des Präsidenten zu verlassen. Foto

© Eranga Jayawardena/AP/dpa

Die Lage in Sri Lanka ist angespannt. Die Ernährung von Millionen Menschen ist gefährdet. Während die Politik Wege aus der Krise sucht, fordern Demonstranten die Freilassung von Aktivisten.

Im Krisenland Sri Lanka hat die Opposition ein Ende des Ausnahmezustands und der Verhaftungen von Demonstranten gefordert. Die „Einschüchterung und willkürliche Festnahme von Demonstranten“ müsse aufhören, wurde Oppositionsführer Sajith Premadasa nach einem Treffen mit Präsident Ranil Wickremesinghe vom Online-Magazin „EconomyNext“ zitiert.

Im Hauptprotestlager der Regierungsgegner auf der Strandpromenade Galle Face Green in Colombo, wenige hundert Meter vom Präsidentenbüro entfernt, harrten am Wochenende zwar nur noch wenige Demonstranten aus, kam es in einem Vorort der Hauptstadt erneut zu einer Protestkundgebung, wie die „Sunday Times“ meldete.

Inflation liegt bei mehr als 60 Prozent

Derweil ist das UN-Welternährungsprogramm besorgt über die Versorgung der Ärmsten Sri Lankas mit Lebensmitteln. Der etwa 22 Millionen Einwohner zählende Inselstaat südlich von Indien steckt in der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Das Land ist mit 51 Milliarden Dollar im Ausland verschuldet – zuletzt fehlte es an Geld, um lebenswichtige Güter wie Treibstoff, Medikamente sowie Gas zum Kochen zu importieren.

Die Preise für Lebensmittel sind stark gestiegen, die Inflation liegt bei mehr als 60 Prozent. Fast 6,3 Millionen Menschen – drei von zehn Haushalten – seien von Ernährungsunsicherheit bedroht, teilte das…