Neben den Sirenen seien zudem Explosionen zu hören gewesen, berichteten Zeugen vor Ort. Das deutete darauf hin, dass die palästinensischen Raketenangriffe auf israelisches Territorium den dritten Tag in Folge anhielten und nun weiter entfernt liegende Gebiete zum Ziel hatten. Berichte über mögliche Opfer gab es zunächst nicht. Seit Freitag wurden nach israelischen Militärangaben mehr als 400 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert.

Eskalation auf dem Tempelberg befürchtet

Befürchtet wird nun, dass sich an diesem Sonntag – dem jüdischen Fasten- und Trauertag Tischa BeAv – die Lage weiter zuspitzen könnte. Religiöse Juden betrauern an dem Tag die Zerstörung der beiden antiken Tempel in Jerusalem. Die radikal-islamistische Hamas rief am Abend dazu auf, die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg „zu verteidigen und sich den israelischen Übergriffen auf die heilige Stätte entgegenzustellen“. Der Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam.

Israelische Sicherheitskräfte sind in erhöhter Alarmbereitschaft – sie begleiten Gläubige auf den Tempelberg

Zuvor hatte IsraelsArmee nach eigenen Angaben einen weiteren Militärchef der extremistischen Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad (PIJ) im Gazastreifen getötet. Der südliche Kommandeur des Islamischen Dschihads, Chalid Mansur, sei bei einem Luftangriff in der Stadt Rafah ums Leben gekommen, teilte das Militär mit. Zwei weitere ranghohe Dschihad-Mitglieder seien dabei ebenfalls getötet worden, darunter Mansurs Stellvertreter.

USA und EU stufen PIJ als Terror-Organisation ein

„In den vergangenen Tagen hat Mansur an der Vorbereitung eines Angriffs auf Israel mit einer Panzerabwehrrakete sowie Raketen gearbeitet“, hieß es in der Mitteilung. Er sei auch für Terroranschläge in der Vergangenheit verantwortlich.

Das israelische Militär hatte am Freitag die großangelegte Militäraktion „Morgengrauen“ gegen den Islamischen…