Viele aufstrebende Schauspielerinnen und Schauspieler gehen in der Hoffnung auf eine Filmkarriere nach Los Angeles. Dustin Hoffman, der dort am 08. August 1937 geboren wurde, wählte die andere Richtung: Er zog mit 20 Jahren fort nach New York, um dort sein Glück zu versuchen.

Mit Robert Duvall und Gene Hackman teilte er sich eine Wohnung, hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und versuchte, am Broadway Fuß zu fassen. In Lee Strasbergs berühmtem „Actors‘ Studio“ nahm er Schauspielunterricht und wurde ein überzeugter Anhänger des „Method Acting“, bei dem man durch eine Art mentales Training Erinnerungen an Gefühle hervorruft und sie sichtbar darstellt und als Schauspieler so komplett in der Rolle aufgeht.

Mit der „Reifeprüfung“ zum Superstar 

Legendäre Liaison: Hoffman mit Anne Bancroft als Mrs. Robinson in „Die Reifeprüfung“

Nach seinem Kinodebüt 1967 in „Der Tiger schlägt zurück“ schaffte Hoffman noch im selben Jahr den Durchbruch. Regisseur Mike Nichols castete ihn für die Hauptrolle in „Die Reifeprüfung“. Der Film erzählt die Geschichte eines antriebslosen College-Absolventen, der sich von einer älteren Frau verführen lässt. Hoffman ist noch heute erstaunt, dass er damals die Rolle bekam: „Üblicherweise waren Rollen dieser Art für den großen, gut aussehenden Protestanten reserviert – und nicht für einen kleinen, komisch aussehenden jüdischen Kerl“, erzählte er 2016 der britischen Tageszeitung „The Guardian“. „Die Reifeprüfung“, ausgestattet mit einem stilbildenden Soundtrack von Simon and Garfunkel, wurde ein Überraschungserfolg und gilt längst als Klassiker.

Hoffman erhielt eine Oscar-Nominierung – und musste sich an den neuen Status als Superstar erst gewöhnen. Er überlegte ernsthaft, nur noch Theater zu spielen: „Die Wahrheit ist, dass ich (nach „Die Reifeprüfung“, Anm. d. Red.) eine Menge schlechter Rollenangebote bekam,“ wie er dem „Guardian“ verriet.

Ein komplett anderer Charakter überzeugte ihn zwei Jahre…