Sollte der Klimawandel nicht durch die Reduktion des CO2-Ausstoßes verhindert werden, wollen Wissenschaftler mit technischen Eingriffen die Welt wieder abkühlen. Ein Konzept will große Wolken über den Meeren erzeugen.

Die beste Art den Klimawandel zu stoppen, wäre es, den Ausstoß von CO2 so weit zu reduzieren, bis ein Kohlenstoff-Gleichgewicht erreicht wird. Dann wird nicht mehr CO2 freigesetzt, als gleichzeitig durch Pflanzenwachstum gebunden wird.

Doch davon ist die Welt weit entfernt. Statt weniger wird immer mehr CO2 in die Atmosphäre geblasen. Je größer die Zweifel werden, dass die Bemühungen so das Klima zu retten, ausreichen, umso interessanter werden andere Ansätze. Sie versprechen eine Abkürzung auf dem langen Weg, das Klima zu stabilisieren.

Der Wissenschaftsautor Tim Smedley stellt in seinem Buch „Clearing the Air: The Beginning and the End of Air Pollution“ einige dieser Visionen vor. Allen gemein ist eins: Nicht weniger, sondern mehr Technik soll das Klima wieder ins Lot bringen. Anstatt die natürlichen Verhältnisse der Jahre vor 1950 wieder herzustellen, wollen sie ein Klima künstlich neu schaffen – ein Weltklima, das eben kühler ist.

Weniger Sonne, weniger Wärme

Ausgangspunkt vieler Überlegungen ist der Ausbruch des Vulkans Pinatubos auf den Philippinen im Jahr 1991. Er schleuderte Partikel in zehn Kilometer Höhe. Dieser Staubschleier hatte eine merkliche abkühlende Wirkung, er hielt die Sonnenstrahlen fern. Diese Entdeckung führte zu mehreren Konzepten. Die exotischste Idee ist eine Art von gigantischen Sonnenschirmen im Weltall, die der Erde partiell Schatten spenden könnten.

Technisch weniger aufwendige Modelle knüpfen an der Rolle von Eis und Wolken an. Etwa 30 Prozent der Sonnenstrahlen werden derzeit von weißen Oberflächen in den Weltraum zurück…