Schulmassaker geleugnet
Schadenersatzhöhe festtgelegt: US-Verschwörungstheoretiker Alex Jones muss nun mehr als 49 Millionen Dollar zahlen

Selbst vor Gericht hatte der Moderator Alex Jones weiterhin Lügen erzählt und musste von der Richterin mehrmals belehrt werden.

© Briana Sanchez/Pool Austin American-Statesman/AP/dpa

06.08.2022, 09:24
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Weil er das Schulmassaker an der Sandy Hook Grundschule geleugnet hat, ist der berüchtigte US-Verschwörungstheoretiker vergangene Woche bereits verurteilt worden. Nun legten die Geschworenen bei der Höhe des Schadenersatzes noch mal nach.

Noch vor Gericht hatte Alex Jones skurrile Auftritt hingelegt, mehrfach gelogen – unter Eid. Die Richterin hatte den rechtsextremen Moderator nicht nur einmal belehren und an die Wahrheit erinnern müssen. Jetzt ist der US-Verschwörungstheoretiker wegen seiner falschen Behauptungen zum Massaker an der Sandy-Hook-Grundschule zu zusätzlichen 45,2 Millionen US-Dollar Schadenersatz verurteilt worden. Er soll nun insgesamt mehr als 49 Millionen US-Dollar Entschädigung an die Eltern eines Opfers zahlen. Das berichteten mehrere US-Medien am Freitag übereinstimmend aus dem Gerichtssaal in Texas. Bereits am Donnerstag war Jones zu mehr als 4 Millionen US-Dollar Schadenersatz verurteilt worden.

Bei dem Urteil vom Freitag handelt es sich um den sogenannten Strafschadenersatz, der auch zur Abschreckung gedacht ist und häufig deutlich höher ausfällt als der eigentliche Schadenersatz. Bei dem Sandy-Hook-Schulmassaker in der Stadt Newtown am 14. Dezember 2012 hatte der Täter 20 Kinder und sechs Erwachsene erschossen, bevor er sich das Leben nahm. Jones behauptete in der Folge wiederholt, die Attacke habe gar nicht stattgefunden. Sie sei vielmehr vorgetäuscht worden, um eine Verschärfung des Waffenrechts durchzusetzen. 

Interview

Expertin Ingrid Brodnig