Großbritannien
Liz Truss patzt im Rennen um die Johnson-Nachfolge. Nur scheint es niemanden zu kümmern

Liz Truss, Außenministerin von Großbritannien und Bewerberin für den Tory-Parteivorsitz

© Joe Giddens / AFP

06.08.2022, 14:00
3 Min. Lesezeit

Sie will britische Premierministerin werden – und sie hat einen Lauf: Selbst „widerwärtige“ Aussagen und unangenehme Kehrtwenden im Wahlkampf bringen Liz Truss offenbar nicht ins Stolpern. 

Was soll sie noch aufhalten? Diese Frage scheint sich einer Antwort zu verweigern, nicht zuletzt für Rishi Sunak. 

Sunak, 42, früherer Finanzminister von Großbritannien, will der nächste Premierminister des Vereinigten Königreichs werden. Mit seinem Rücktritt aus dem Kabinett von Boris Johnson hatte er dessen skandalgeplagter Amtszeit vielleicht den entscheidenden Schlag verpasst. Nun will er der neue Hausherr der 10 Downing Street werden. Wäre da nicht noch eine weitere Interessentin an der Immobilie.

Hintergrund

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Liz Truss, 47, amtierende Außenministerin und Rivalin von Sunak, bietet ebenfalls mit. Und beinahe gewinnt man den Eindruck, dass es praktisch völlig egal ist, ob sich die Mitbewerberin verzockt. Es läuft, so oder so.

Truss liegt in den Umfragen unter Konservativen weit vorn, also letztlich bei den schätzungsweise 160.000 bis 200.000 Tory-Mitliedern, jenen überschaubaren 0,3 Prozent der gesamten britischen Wählerschaft, die über den nächsten Parteivorsitz und damit neuen Premierminister abstimmen.Die konservativen Medien sind ihr wohlgesonnen, besonders die „Daily Mail“ oder der „Daily Telegraph“, die tagtäglich Hunderttausende Leser erreichen, favorisieren sie…