Die Blicke der drei wichtigsten Männer bei Hertha BSC unterschieden sich nicht groß: Sandro Schwarz, Fredi Bobic und Kay Bernstein starrten frustriert vor sich. Mit eingefrorenen Gesichtern beobachteten Herthas neuer Trainer, der Sport-Geschäftsführer und der Präsident, wie der Saisonstart verpatzt wurde. Denn nach der Niederlage in der ersten Runde des DFB-Pokals vor einer Woche, haben die Berliner auch das erste Punktspiel in der Bundesliga verloren – und das ausgerechnet im Berliner Derby beim 1. FC Union.

Vor der Partie im ausverkauften Stadion „An der Alten Försterei“ hatte Bobic den eigenen Klub, der sich vergangene Saison erst in der Relegation gerettet hatte, gegen Europa-League-Teilnehmer Union als „Außenseiter“ bezeichnet: „Wir können uns nicht hinstellen und sagen, dass wir die Favoriten sind“, so Bobic. Sein Trainer Schwarz hatte dagegen eine andere Einstellung gefordert: „Vorneweg zu marschieren, eine Ausstrahlung zu haben, eine Gruppendynamik zu entwickeln, das wird entscheidend sein“, sagte der 43-Jährige.

Plattenhardt: „Müssen Probleme abstellen“

Allerdings lief das Spiel von Anfang an in eine andere Richtung: Schon nach einer knappen Minute wurde es vor dem Hertha-Tor erstmals brenzlig. Immer wieder musste Herthas Torhüter Oliver Christensen eingreifen und Unioner Chancen vereiteln.

„Weiterhart arbeiten, dann werden wir auch die Punkte einfahren“ – Marvin Plattenhardt glaubt an die Wende

Union erzielte vor der Pause trotzdem die verdiente Führung, kam dann nach dem Seitenwechsel stark aus der Kabine und legte direkt mit einem Doppelpack nach. 3:0 nach gerade einmal 54 Minuten – das Spiel war entschieden. Erst zu spät belebte Schwarz mit einigen Auswechslungen die Offensive, doch der Treffer zum 1:3-Endstand kam zu spät. Union war zum vierten Mal in Folge Derbysieger.

„Es war definitiv ein verdienter Sieg für Union. Sie waren in vielen Bereichen besser, griffiger und galliger“, räumte Sandro Schwarz ein „Das war im Großen und Ganzen kein…