Gas-Krise
Kein Gas mehr im Dezember? Bundesnetzagentur mahnt eindringlich zum Energiesparen

Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, mahnt die Deutschen eindringlich zum Energiesparen

© Oliver Berg / DPA

06.08.2022, 13:51
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Seit Wochen und Monaten hören die Deutschen Appelle zum Energiesparen. Ein neuer, eindringlicher Aufruf kommt nun vom Chef der Bundesnetzagentur. Und das Szenario, das Klaus Müller zeichnet, sieht dramatisch aus.

Die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland müssen aus Sicht der Bundesnetzagentur deutlich mehr Energie sparen, um eine Gasmangellage im Winter abzuwenden. Behördenchef Klaus Müller sagte der Zeitung „Welt am Sonntag“, die Reduktion der Gaslieferungen aus Russland auf nur noch 20 Prozent der vereinbarten Menge habe zur Folge, dass sich der Mangel nur noch in zwei Best-Case-Szenarien verhindern lasse. „Für diese Szenarien müssen die Verbraucher aber mindestens 20 Prozent einsparen – also viel mehr als bislang“, sagte Müller. „In allen anderen Szenarien droht schon im Dezember eine Gasmangellage oder wir weisen am Ende der kommenden Heizperiode niedrige Speicherfüllstände auf.“

Müller: Sparmaßnahmen für Privathaushalte legitim

Zusätzlich zu den Einsparungen müssten auch die Durchleitungen von Gas an Nachbarländer um 20 Prozent reduziert werden, außerdem benötige man 10 bis 15 Gigawattstunden Gas aus anderen Ländern. „Wenn wir nicht kräftig sparen und kein zusätzliches Gas bekommen, haben wir ein Problem“, sagte Müller. Private Haushalte seien im Fall einer Gasmangellage nicht vor verordneten Einschränkungen geschützt. Grundsätzlich seien auch Verordnungen denkbar, die nur noch das Beheizen einzelner Räume erlaubten. „Ich will über nichts spekulieren, weil wir diese Diskussionen noch führen“, sagte Müller. „Ich will aber deutlich sagen: Um Arbeitsplätze zu sichern, halte ich…