Die Lage in der Ukraine
Russen bestürmen Verteidigungslinie im Osten – Angst um Akw

Das Kernkraftwerk Saporischschja: Ein Block des Akw musste teilweise abgeschaltet werden. Foto

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Im Osten der Ukraine rücken die Russen bei ihrer Invasion auf einen wichtigen Ballungsraum zu. Sorgen vor einem Nuklearunfall schürt der Beschuss eines Atomkraftwerkgeländes. Die aktuellen Entwicklungen.

Knapp sechs Monate nach Beginn ihrer Invasion attackieren die russischen Truppen in der Ostukraine mit aller Härte die Stadt Bachmut – einen Eckpfeiler der Verteidigungslinie um den letzten von den Ukrainern dort kontrollierten Ballungsraum. Das teilte am Samstag der Generalstab in Kiew in seinem neuen Lagebericht mit. Die prorussischen Rebellen hatten am Vortag gemeldet, es gebe schon Gefechte im Stadtgebiet. Das russische Militär berichtete zudem, dass es mit Luft- und Artillerieattacken an der südlichen Front Hunderte ukrainische Soldaten getötet und westliche Militärtechnik zerstört habe. Unabhängig können die Angaben beider Seiten nicht überprüft werden.

Atomkraftwerkgelände-Beschuss als „Terrorismus“ angeprangert

Nach dem Beschuss des Atomkraftwerkgeländes Saporischschja am Freitag machten sich Russland und die Ukraine gegenseitig dafür verantwortlich. Das größte Atomkraftwerk Europas liegt im von Russland besetzten Teil der Südukraine – bereits mehrfach kam es dort in den vergangenen Kriegsmonaten zu brenzligen Situationen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem „Akt des Terrorismus“ durch die russische Seite und forderte neue Sanktionen, die gezielt die Nuklearindustrie des Nachbarlands treffen sollten. Das Außenministerium in Kiew warnte: Sollte ein Reaktor im Betrieb getroffen werden, seien die möglichen Folgen „gleichbedeutend mit dem Einsatz einer Atombombe“.

Die staatliche ukrainische…