Atomkraftwerke
Hitzige Diskussion um Papier zu Sicherheit bayerischer AKWs

Das Atomkraftwerk Isar 2 im bayerischen Essenbach. Foto

© Armin Weigel/dpa

Soll das bayerische Atomkraftwerk Isar 2 weiterlaufen? Technisch sei das möglich, meint der TÜV Süd in einem Papier für das bayerische Umweltministerium. Von wegen, meint das Bundesumweltministerium .

Die Energiekrise und die Frage des Weiterbetriebs der verbliebenen deutschen Atomkraftwerke hat in der Politik erhebliche Verwerfungen ausgelöst. Nun streiten Bund und Bayern um ein Detail: die Bewertung einer TÜV-Analyse zum Betrieb zweier Atommeiler im Freistaat.

Das Bundesumweltministerium übt harsche Kritik an der Methodik des Papiers und erklärt, dies sei „kein Gutachten“. Der interne Vermerk liegt der Deutschen Presse-Agentur vor, zuerst hatte die „Süddeutsche Zeitung“ darüber berichtet. Ein Sprecher des bayerischen Umweltministeriums wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete den TÜV Süd als einen „der renommiertesten und mit Fragen der Kernkraft am besten vertrauten Experten“.

Betitelt als „Bewertung“, nicht als Gutachten

Der Technische Überwachungsverein (TÜV) Süd hatte in seinem Papier vom April – betitelt als „Bewertung“, nicht als Gutachten – geschrieben, dass er keine sicherheitstechnischen Bedenken gegen einen Weiterbetrieb von Isar 2 über das Jahresende hinaus habe. Auch eine Wiederinbetriebnahme des Blocks C im bayerischen Gundremmingen sei „aus technischer Sicht möglich“.

Die Stellungnahme erfülle „grundlegende Anforderungen an Gutachten und seriöse Sachverständigenaussagen nicht und sollte deshalb nicht zur staatlichen Entscheidungsfindung herangezogen werden“, schreibt das Bundesministerium. Das Papier genüge den atomrechtlichen Erfordernissen nicht.

An einer Stelle ist von einer „Spekulation“…