05.08.2022, 12:33
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Das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist das größte AKW in Europa. Im Ukraine-Krieg wurde es von Russland eingenommen. Experten sind besorgt um den Zustand des AKW und bezeichnen die Lage als „fragil“.

Die sechs Reaktorblöcke des Atomkraftwerks Saporischschja stehen aufgereiht am Fluss Dnjepr im Südosten der Ukraine. Die sechs Blöcke haben eine Leistung von 6000 Megawatt, womit das AKW das größte in Europa ist. Es ist von großer Bedeutung für die Stromversorgung der Ukraine, versorgt es doch fast den gesamten Süden des Landes mit Energie.

Doch die Anlage bereitet Expertinnen und Experten im Westen Sorgen. Denn kurz nach Beginn des Ukraine-Krieges hatten russische Truppen das AKW besetzt. Es kam zu Angriffen infolge der Kampfhandlungen, bei denen etwa Gebäude beschädigt wurden. Nach Recherchen des US-Radiosenders NPR seien die Schäden aber weitaus größer – und gefährlicher. Eine russische Granate sei etwa nur unweit eines Reaktorblocks eingeschlagen.

Lage in AKW Saporischschja „fragil“ und „äußerst unbeständig“

Nach den Angriffen und der Besetzung wurde das Kernkraftwerk von ukrainischem Personal weiterbetrieben, aber von russischen Nuklearspezialisten überwacht. Nach der russischen Besetzung war zwischenzeitlich nur ein Reaktor in Betrieb, inzwischen sind es wieder drei, so die Internationale Atomenergiebehörde IAEA.

Die Lage vor Ort besorgt aber die Atombehörden und Regierungen im Westen. Der Chef der IAEA hat die Lage etwa als äußerst unbeständig und fragil bezeichnet. „Alle Prinzipien nuklearer Sicherheit wurden auf die eine oder andere Art verletzt“, sagte Rafael Grossi bei einer Pressekonferenz am Uno-Sitz in New York am Dienstagabend.

Eine IAEA-Inspektion zur Prüfung der technischen Sicherheit sei dringend erforderlich,…