In der Corona-Sommerwelle gibt das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin keine Entwarnung. Zwar seien Inzidenzen und weitere Werte in Deutschland zuletzt teilweise deutlich gesunken. Der allgemeine Infektionsdruck und die damit verbundene Belastung des Gesundheitssystems bleibe aber hoch, heißt es im jüngsten Wochenbericht des Instituts zu COVID-19. 

Die Experten präzisieren, die Werte zu akuten Atemwegserkrankungen in der Gesamtbevölkerung und die Zahl der Arztbesuche hätten im Vergleich zu denen in der Vorwoche abgenommen – dennoch seien sie aber weiterhin höher als in den Vorjahren um diese Zeit. Zudem hätten Ausbrüche in Pflegeheimen weiter zugenommen.

Die Todesfälle in Verbindung mit dem Virus haben laut RKI zuletzt ein recht stabiles Niveau erreicht – in der vorigen Woche wurden demnach 444 übermittelt. Mit Blick auf die nächsten Wochen rechnet das RKI allerdings mit einer „weiterhin hohen Zahl an Hospitalisierungen, intensivmedizinisch zu betreuenden COVID-19-Patientinnen und -Patienten sowie Todesfällen, insbesondere in höheren Altersgruppen“.

Intensivmediziner erwartet keine Überlastung der Stationen

Etwas zuversichtlicher beurteilt der Kölner Intensivmediziner Christian Karagiannidis, der auch Mitglied des Corona-Expertenrats der Bundesregierung ist, die Entwicklung der Pandemie im Herbst und Winter. Die Pläne für Änderungen am Infektionsschutzgesetz böten ausreichende Möglichkeiten, um eine mögliche Infektionswelle im Herbst abzuschwächen, sagte er der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf. Er rechne in der kalten Jahreszeit ab Oktober auch nicht mit einer Überlastung der Intensivstationen durch COVID-19 wie zuvor in der Pandemie, erklärte Karagiannidis.

Der Mediziner Christian Karagiannidis ist Mitglied des Expertenrats der Bundesregierung

Das RKI befasst sich in seinem Bericht auch mit der Omikron-Sublinie BA.5, die auf hohem Niveau noch etwas zugelegt habe und nach den aktuellsten Daten in mehr als 92 Prozent der positiven Proben…