Pelosi-Besuch
Taiwan-Krise: USA werfen China „bedeutsame Eskalation“ vor

Als Reaktion auf den Besuch von Pelosi in Taiwan, führt China in sechs selbst erklärten Zonen rund die Insel militärische Übungen mit scharfer Munition durch. Foto

© Wang Guosong/Xinhua/AP/dpa

Chinas militärische Machtdemonstration vor Taiwan hat international heftige Kritik ausgelöst. Die Manöver wurden als Überreaktion auf den Besuch der US-Spitzenpolitikerin Pelosi verurteilt.

Die USA und Taiwan haben China eine „unverantwortliche“ Eskalation der Spannungen um die demokratische Inselrepublik vorgeworfen und zur Zurückhaltung aufgerufen. Peking seinerseits protestierte scharf gegen die Kritik auch durch die G7-Gruppe der großen Industrienationen zusammen mit der Europäischen Union. Für Deutschland, das gegenwärtig den G7-Vorsitz innehat, steht weiterer Ärger ins Haus: Der Menschenrechtsausschuss des Bundestags plant für Ende Oktober eine Reise nach Taiwan, wie die Deutsche Presse-Agentur von mehreren Abgeordneten erfuhr.

China droht mit der Eroberung Taiwans

Die kommunistische Führung lehnt solche offiziellen Kontakte zu Taiwan ab, weil sie die Insel für sich beansprucht. Peking sieht das selbst regierte Taiwan als Teil der Volksrepublik an und droht mit einer Eroberung. Die 23 Millionen Taiwaner hingegen verstehen sich als unabhängig. Als Reaktion auf die Visite der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, in Taiwan hatte China am Dienstag großangelegte Manöver gestartet. Es war die ranghöchste Visite aus den USA seit einem Vierteljahrhundert.

Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen nannte die Manöver und Raketenübungen „unverantwortlich“. In einer Videoansprache forderte die Präsidentin die chinesische Führung nachdrücklich zur Vernunft und Zurückhaltung auf. Taiwan werde die Spannungen nicht eskalieren, sondern wolle den Status quo…