Er lief viel, dribbelte an seinen Gegenspielern vorbei, riss immer wieder Räume in der Frankfurter Hälfte auf und gab keinen Ball verloren. Er feuerte den einen oder anderen gefährlichen Weitschuss ab, setzte seinen schmächtigen Körper auch mal robust im Zweikampf ein – und wenn es sein musste, half er auch am und im eigenen Strafraum als Verteidiger aus. Kurz gesagt: Der Aktionsradius von Bayern-Mittelfeldspieler Jamal Musiala im Auftaktmatch zur neuen Bundesliga-Saison bei Eintracht Frankfurt war immens. Fast ganz nebenbei krönte der 19-Jährige seine Top-Leistung mit dem Treffer zum zwischenzeitlichen 4:0 und einem zweiten Tor zum 6:1 (5:0)-Endstand.

Bayern-Trainer Julian Nagelsmann hatte Musiala zentral im offensiven Mittelfeld aufgestellt, entsprechend viel lief vor den Augen von Bundestrainer Hansi Flick, der auf der Tribüne saß, über Bayerns Jüngsten. „Wir wollten mit der gleichen Energie spielen wie in der ersten Halbzeit im DFL-Supercup gegen Leipzig“, sagte Musiala nach dem Spiel bei DZAN und fasste recht nüchtern zusammen: „Generell haben wir heute gut gespielt und das Spiel kontrolliert.“

Frankfurts Rode: „Nicht zu verteidigen“

Ein recht bescheidene Beschreibung der Dinge, denn in Wahrheit war es viel mehr als das: Die Frankfurter – als Europa-League-Sieger mit sehr viel Vorschusslorbeeren in die neue Spielzeit gegangen – mussten sich in vielen Situationen vorkommen, wie in einem Flipperautomaten, so schnell ließen Musiala und Co. den Ball zirkulieren und fanden fast immer den Mitspieler, der bereits in den freien Raum gestartet war. Die Eintracht-Defensive reagierte nur – allerdings meistens zu spät. Schon zur Pause lagen die Münchener verdient mit 5:0 vorne.

Ein ums andere Mal zieht Sebastian Rode gegen den dribbelstarken Jamal Musiala den Kürzeren

„Das haben wir uns sicher ganz anders vorgestellt“, gab Eintracht-Kapitän Sebastian Rode zu. „Nach dem Abgang von Robert Lewandowski hat sich die Statik schon verändert bei den Bayern“, analysierte er….