In einem offenen Brief haben 15 Künstlerinnen und Künstler Kritik an einem Werk des französischen Künstlers Jean-Jacques Lebel geübt, das zurzeit im Rahmen der internationalen Kunstschau „Berlin Biennale“ im Museum Hamburger Bahnhof in Berlin ausgestellt wird.

In den Rieckhallen erwartet Besucherinnen und Besucher Lebels Labyrinth des Schreckens, das aus leinwandgroßen Fotografien besteht. Das Motiv: gefolterte und erniedrigte irakische Gefangene in Abu Ghraib. Die Fotografen waren die US-Soldaten, die sie peinigten.

Opfer seien nicht um Erlaubnis gebeten worden

Gegen die Arbeit wandte sich die Leihgeberin einer Arbeit der Ausstellung, Rijin Sahakian, in einem von 15 Künstlerinnen und Künstlern mitgezeichneten offenen Brief. Darin heißt es unter anderem, die Biennale habe mit der Ausstellung der Arbeit „Fotos von unrechtmäßig inhaftierten und brutal behandelten irakischen Körpern“ unter der US-Besatzung verwendet. Diese würden zu kommerziellen Zwecken ohne Zustimmung der Opfer und ohne Mitwirkung der an der Biennale teilnehmenden irakischen Künstler benutzt. Deren Werke seien ohne ihr Wissen neben der umstrittenen Arbeit installiert worden.

Der damalige US-Präsident George W. Bush erklärte dem Irak 2003 den Krieg. Erst 2011 sollte der Krieg enden.

Das Kuratorenteam der Berlin Berlinale hat sich bisher noch nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert, aber eine baldige Stellungnahme angekündigt.

Der deutsch-irakische Fotograf Ihsan Jezany kann die Kritik an Lebels Werk nicht nachvollziehen. „Der Künstler wollte uns daran erinnern, was in Abu Ghraib geschehen ist. Und das ist gut so“, sagte er gegenüber der DW. „Ich bin der Ansicht, solche Bilder sollten gezeigt werden, und wenn wir sie verbergen, dann helfen wir nur den Tätern, nicht den Opfern.“ Zumal diese Bilder von vielen Künstlern und Medien weltweit bereits gebraucht worden seien, wie Jezany zu bedenken gab.   

‚Kriegsverbrechen enden erst, wenn Kriege enden‘

Die schrecklichen Bilder…