Analyse

Asien
Taiwan-Manöver – so legt Peking sein Würgeeisen um die Insel

Peking hat zu Beginn der Manöver Hyperschallraketen gestartet, die über Taiwan hinwegflogen.

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04.08.2022, 17:16
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Rund um Taiwan hat Festland-China große Manöver gestartet. Doch die wirkliche Gefahr für die Insel sind nicht die Hyperschallraketen, die über sie hinwegfliegen. Peking droht, der Insel die Lebensadern zuzudrücken.

Nancy Pelosi, die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses ist aus Taiwan abgereist. Für Taipeh war der Besuch ein Erfolg, kann man ihn doch als diplomatische Aufwertung verstehen. Genau das aber provoziert Peking. Zur Erinnerung: Kaum ein Land auf dem Globus erkennt Taiwan als selbstständigen, souveränen Staat an. Deutschland übrigens auch nicht. Dennoch ist Taiwan ohne Frage ein staatliches Gebilde.

Ein Ring von Manöver-Zonen

Und Peking reagiert, wie es zu erwarten war. Rund um die Insel werden Militärmanöver abgehalten. Das Besondere ist dabei nicht, dass Peking in Taiwans „Luftraum“ eindringt, wie gern und absichtlich irreführend getextet wird. Die Volksbefreiungsarmee (PLA) dringt bislang NICHT in Taiwans Luftraum ein, wenn das Hoheitsgebiet zugrunde gelegt wird. Die Rede ist von einer sogenannten Luftüberwachungszone, die sich teilweise sogar über das Festland von China erstreckt. Internationalen Luftraum darf jeder überwachen, wie er möchte, nur wird diese Zone darum nicht zum Hoheitsgebiet. Dennoch sind auch die Manöver Drohgebärden. Man muss die Anflugkurven der Jets nur ein paar Kilometer auf der Karte verschieben, dann sieht man, dass sie Angriffe simulieren. Für das TV gibt es auch jetzt martialische Videos von stürmenden Infanteristen, Panzern und Landungsfahrzeugen. Mehrere Hyperschallraketen wurden gestartet und überflogen die Insel. Doch bislang hat Peking keine militärische Karte gezogen.