Ein russisches Gericht hat die US-Basketballerin Brittney Griner wegen illegalen Drogenbesitzes zu neun Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie Cannabis nach Russland gebracht hatte. Zudem wurde eine Geldstrafe von einer Million Rubel (umgerechnet 16.000 Euro) verhängt. Sie habe die Tat bewusst begangen, erklärte das Gericht.

Die Staatsanwaltschaft hatte neuneinhalb Jahre Haft gefordert, die Verteidigung verlangte einen Freispruch. Griners Anwälte gehen davon aus, dass ein Gefangenentausch zwischen Russland und den USA auf das Gerichtsurteil folgen könnte.

Es geht um 0,5 Gramm Haschisch-Öl

Griner sitzt seit fünfeinhalb Monaten in Untersuchungshaft. Die Athletin soll bei einer Kontrolle ihres Gepäcks am Moskauer Flughafen Scheremetjewo im Februar sogenannte Vape-Kartuschen und Haschisch-Öl bei sich gehabt haben. Es soll sich um 0,5 Gramm gehandelt haben. Griner hat sich schuldig bekannt.

Die 31-Jährige hatte in den USA medizinisches Marihuana verschrieben bekommen, um Schmerzen bei chronischen Verletzungen zu lindern – eine Behandlungsmethode, die bei Spitzensportlern weit verbreitet ist, weil sie weniger Nebenwirkungen hat als manche Schmerzmittel. In Russland ist Cannabis sowohl für medizinische als auch für Freizeitzwecke illegal.

Der Fall hat eine politische Komponente

Sie habe einen „Fehler“ gemacht, sagte Griner. Zugleich wies sie den Vorwurf des Drogenschmuggels zurück und fügte hinzu: „Ich hoffe, dass Ihr Urteil nicht mein Leben beendet.“ Dann brach sie in Tränen aus.

US-Außenminister Blinken (links) hat zu dem Fall mit seinem russischen Amtskollegen Lawrow telefoniert (Archivbilder)

US-Präsident Joe Biden nannte die Entscheidung in einer ersten Reaktion „inakzeptabel“. Er forderte Russland auf, die Sportlerin „unverzüglich freizulassen, damit sie wieder mit ihrer Frau, ihren Verwandten und Teamkollegen vereint werden kann“.

Der Prozess hat längst auch eine politische Komponente: Washington wirft Moskau ein politisch motiviertes Verfahren…