Energie
„Im Kern des Reaktors“ – Union will Laufzeitverlängerung

Markus Söder, (l, CSU) Ministerpräsident von Bayern, und CDU-Bundesvorsitzende Friedrich Merz unterhalten sich bei ihrem Besuch des Kernkraftwerk Isar 2. Foto

© Peter Kneffel/dpa

Im Winter könnte der Gasmangel zum echten Problem werden. Darin sind sich alle einig. Aber was bedeutet das für den Atomausstieg in Deutschland? Söder und Merz haben einen klaren Zeitplan.

Meterhoch steigt der Wasserdampf aus dem Kühlturm des Kernkraftwerks Isar 2 in Essenbach bei Landshut. Seit Jahrzehnten ein prägendes Bild in der Region. In wenigen Monaten soll damit Schluss sein – eigentlich. Nachdem jedoch Deutschland, wie ganz Europa, wegen nur noch spärlicher Gaslieferungen aus Russland auf eine Energiekrise zusteuert, sind Isar 2 und die beiden anderen verbliebenen deutschen Atommeiler längst wieder in aller Munde – und stehen damit auch bei einigen Politikern wieder hoch im Kurs.

„Wir sind im Kern des Reaktors gewesen“, sagt CDU-Chef Friedrich Merz als er am Donnerstagmittag nach dem Besuch des AKW Isar 2 vor die Mikrofone tritt, gemeinsam mit CSU-Chef Markus Söder, Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Landesumweltminister Thorsten Glauber (beide Freie Wähler). Alle vier Politiker eint die Forderung, die drei deutschen Atomkraftwerke Isar 2, Emsland in Niedersachsen und Neckarwestheim 2 in Baden-Württemberg auch über das Jahresende weiterlaufen zu lassen.

Natürlich nicht im Kern des Reaktors

Genau das sagen sie nacheinander den wartenden Journalisten – die waren im Kraftwerk nicht zugelassen, wo die Politiker aber natürlich nicht den Kern des Reaktors besuchten, wie Merz es sagt, sondern lediglich das Reaktorgebäude. Ein Foto der Staatskanzlei zeigt Söder und Merz dort in weißen Schutzanzügen und gelben Schuhen.