Diplomatie
Atomverhandlungen mit dem Iran – Zeitfenster schließt sich

Enrique Mora, Koordinator der Europäischen Union für die Gespräche zur Wiederbelebung des iranischen Atomabkommens mit den Weltmächten, und Ali Bagheri Kani, Chefunterhändler für Atomfragen im Iran. Foto

© Uncredited/Iranian Foreign Ministry/AP/dpa

Monatelang stand die Diplomatie zur Rettung des Atompaktes mit dem Iran weitgehend still. Ein letzter Anlauf soll den Bau von Nuklearwaffen verhindern – denn schon bald könnte es zu spät sein.

Knapp vor dem sich abzeichnenden Zusammenbruch des Atomabkommens mit dem Iran sind die Verhandlungen zur Rettung des Paktes in Wien wieder aufgenommen worden. Am Donnerstag begann in der österreichischen Hauptstadt die erste multilaterale Gesprächsrunde seit März unter Vermittlung des hochrangigen EU-Diplomaten Enrique Mora.

Zur Wiederherstellung des Paktes, der den Bau von Atomwaffen im Iran verhindern soll, bleiben aus Sicht von westlichen Diplomaten nur noch wenige Wochen Zeit. Ein unmittelbarer Durchbruch zeichnete sich am Donnerstag aber vorerst nicht ab.

Ein Lösungsentwurf zur neuerlichen Einschränkung des iranischen Atomprogramms und zur gleichzeitigen Aufhebung von US-Sanktionen liegt seit März auf dem Tisch. Nun wird in Wien ein zuletzt leicht abgeänderter Text mit Vertretern aus dem Iran, den USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China besprochen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll die neue Version den nuklearen Fortschritten Rechnung tragen, die Teheran in den vergangenen Monaten gemacht hat, und die zur Rettung des Abkommens revidiert werden müssten.

Dazu gehört die Anreicherung von Uran bis zu einem Reinheitsgrad von 60 Prozent. Laut Diplomaten hat der Iran bereits ungefähr die Menge dieses Materials produziert, die zur Weiterverarbeitung für eine Atomwaffe ausreichen…