04.08.2022, 15:46
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In Österreich treiben Impfgegner, Querdenker und Neonazis eine Ärztin in den Suizid. Welche Konsequenzen zieht Österreich nun aus dem Fall? Der stern hat nachgefragt – mit bitteren Erkenntnissen.

Der Fall Kellermayr hat sowohl in Österreich als auch in Deutschland Bestürzung ausgelöst. Lisa-Maria Kellermayr, Allgemeinmedizinerin mit eigener Hausarztpraxis an Österreichs größtem See, dem Attersee in Oberösterreich, hat sich selbst das Leben genommen. Eine Obduktion hat den Suizid der 36-Jährigen bestätigt. Warum sich die Frau umgebracht hat, ist unklar. Allerdings liegt der Verdacht nahe, dass sie dem Druck aus der Impfgegnerszene nicht mehr Stand halten konnte. Zudem drohte ihr die Privatinsolvenz. (Die ganze Geschichte lesen Sie hier.)

„Drohungen, Gewalt, Hetze sind absolut auf das Schärfste zu verurteilen, gerade auch wenn sie sich gegen medizinisches Personal und Ärztinnen und Ärzte richten“, sagte Vize-Regierungssprecher Wolfgang Büchner am Mittwoch in Berlin. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft München, weil eine Spur nach Bayern führt.

In Österreich selbst hat der Fall eine Debatte über den Umgang mit Hass und Hetze im Netz, aber auch über Behördenversagen ausgelöst. Nun stellt sich die Frage nach den möglichen Konsequenzen. Geführt wird die Diskussion allerdings nicht von den zuständigen Stellen, also Polizei, Bundesinnenministerium oder der Regierung. Die halten sich auf Nachfrage bedeckt. Weder der Sprecher der östereichischen Bundesregieurng, noch der Staatssekretär oder die Staatsanwaltschaft reagierten auf eine stern-Anfrage.

Aus dem Bundesministerium für Inneres hieß es lediglich: „Zum von Ihnen angesprochenen Fall kommuniziert ausschließlich die Landespolizeidirektion (LPD) Oberösterreich.“ Angefügt wurde ein Pressestatement der LPD. Die Frage nach möglichen Konsequenzen und…