Sechs Gebiete rund um Taiwan seien für die chinesische „Kampfübung“ ausgewählt worden, „relevante Schiffe und Flugzeuge“ sollten die davon betroffenen Gewässer und den entsprechenden Flugraum meiden, meldete Chinas staatlicher Fernsehsender CCTV. Die Manöver in den Gewässern um den Inselstaat sollen bis Sonntagmittag laufen. Laut den staatlichen Medien wird bei den Übungen „scharf geschossen“. Damit werde auch eine mögliche Eroberung Taiwans geprobt. Bei den Militärmanövern sollen sich die Streitkräfte bis zu 20 Kilometer der Küste Taiwans nähern. Die staatliche chinesische Zeitung „Global Times“ sprach von „beispiellosen“ Übungen. Erstmals würden auch Raketen über Taiwan fliegen.

Die Manöver gelten als das größte militärische Muskelspiel seit der Raketenkrise 1995, als China zur Einschüchterung Raketen über Taiwan geschossen hatte und die USA zwei Flugzeugträgergruppen entsandten.

G7-Gruppe ruft China zur Zurückhaltung auf

Die führenden Industriestaaten des Westens haben Chinas Reaktion auf den Besuch der US-Politikerin Nancy Pelosi in Taiwan scharf kritisiert. „Es gibt keine Rechtfertigung dafür, einen Besuch als Vorwand für aggressive Militäraktionen in der Taiwanstraße zu nutzen“, erklärten die Außenminister des G7-Bündnisses und forderten China im Konflikt um Taiwan zur Zurückhaltung auf. Man rufe „die Volksrepublik China auf, den Status quo in der Region nicht einseitig gewaltsam zu ändern“, hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme. Bestehende Differenzen sollten friedlich beigelegt werden. Zu den G7 gehören neben Deutschland und den USA auch Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan.

Bekenntnisse zur „Ein-China-Politik“

„Es ist normal und üblich, dass Abgeordnete aus unseren Ländern internationale Reisen unternehmen“, heißt es in der G7-Außenministererklärung mit Blick auf den umstrittenen Taiwan-Besuch von Pelosi, die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses ist. „Die eskalierende Reaktion der Volksrepublik…