03.08.2022, 17:28
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Der Besuch von US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi in Taiwan war vor allem symbolischer Natur – und eine schwere Belastungsprobe der Beziehungen zu China. War es das wert? Die einen sagen so, die anderen so.

Nancy Pelosi war eigentlich nur da, hatte jedenfalls nichts Handfestes im Gepäck, wenngleich eine deutliche Botschaft: Die USA werden „immer an der Seite Taiwans stehen“ und ihre „Verpflichtungen gegenüber Taiwan nicht aufgeben“. Nun stellen sich plötzlich Fragen, wie: Ist das der Beginn einer Eskalation, einer militärischen, gar eines Krieges? Und das alles wegen eines Besuchs? 

Es war schon zappenduster in Taipeh, als die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, folglich die protokollarische Nummer Drei im Machtgefüge der USA, am Dienstag zum Landeanflug auf die Inselrepublik ansetzte. Und damit die wohl schwerste Belastungsprobe der Beziehungen zu China seit Jahrzehnten auslöste.

Schon in den Tagen und Wochen vor der erwarteten Visite, als es noch nicht als ausgemacht galt, ob Pelosi wirklich anreisen werde, zeichnete sich Ungemach ab. Peking schäumte angesichts der als Provokation verstandenen Reisepläne und sprach vorauseilend allerhand Drohungen aus. Washington spielte den möglichen Besuch demonstrativ herunter und mahnte zur Deeskalation.

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Kurzum: Die diplomatische Auseinandersetzung schien bereits aus dem Ruder zu laufen, lange bevor Pelosi überhaupt einen Fuß auf’s Festland Taiwans setzen sollte. 

Insofern hatte ihre Stippvisite durchaus ein überraschendes Moment, zog sie ihren Besuch ungeachtet aller Warnungen (auch der der US-Geheimdienste) durch. Hingegen erwartbar war die…