03.08.2022, 12:17
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Viele Unternehmen suchen händeringend Fachkräfte — häufig werben sie in englischer Sprache, und mitunter rätselhaft. Manche weltläufig klingende Stellenbezeichnung erschwert die Talentsuche sogar.

Berater adé — gesucht wird der „Evangelist“. Im Bemühen, sich einen weltläufigen Anstrich zu geben, wählen viele Unternehmen im deutschen Sprachraum englischsprachige Bezeichnungen in ihren Stellenausschreibungen. Das hat häufig nachvollziehbare Gründe. Doch gerät die Stellenbeschreibung allzu blumig beziehungsweise kryptisch, mindert das nach Einschätzung von Fachleuten die Erfolgschancen bei der Talentsuche.

Die Spanne reicht vom nüchtern Alltäglichen bis zum Rätselhaften. Einige Beispiele: „Evangelist & Project Manager“, „Venture Architect“, „Field Sales Activator“ oder auch „Product Owner“.

„Der Arbeitsmarkt wird immer globaler“

Die Nutzung von Englisch hänge mit der zunehmenden internationalen Geschäftstätigkeit und auch der steigenden Internationalität der Belegschaften in Deutschland zusammen, sagt Maike Andresen, Professorin für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bamberg. Häufig wird nur schriftlich in Englisch kommuniziert. In manchen Abteilungen großer Konzerne wird Englisch aber mittlerweile auch gesprochen. „Folglich werden auch die Stellenbezeichnungen und -beschreibungen nunmehr auf Englisch erstellt“, sagt Andresen.

„Der Arbeitsmarkt wird immer globaler, nicht zuletzt durch die vorherrschende Arbeiterlosigkeit“, sagt Tobias Zimmermann, Arbeitsmarktfachmann beim internationalen Stellenportal Stepstone, mit Blick auf den Personalmangel. „Aus diesem Grund kann es für Unternehmen sinnvoll sein, mit englischsprachigen Jobbezeichnungen zu arbeiten, da diese global anschlussfähig sind.“

Größere Bekanntheit erlangt hat…