Die Bundesregierung hat zum Energiesparen aufgerufen – niemand weiß, wie lange noch Gas aus Russland fließt. Auch viele Unternehmen müssen sich überlegen, wie sie ihren Verbrauch mindern können.

Im Winter droht eine Gaskrise, auch beim Strom bestehen Risiken. Politiker und Experten rufen zum sparsamen Umgang mit Energie auf, damit die Speicher und Kraftwerkskapazitäten für den Fall weiterer russischer Lieferkürzungen ausreichen.

Neben Privathaushalten und öffentlichen Einrichtungen kommt dabei großen Unternehmen eine Schlüsselrolle zu. Eine Auswahl aktueller Planungen:

Stahl

Die rohstoffintensive Branche sorgt sich um ihren Gaseinkauf. So bereitet sich der größte deutsche Hersteller Thyssenkrupp „in verschiedenen Szenarien“ auf Unterbrechungen oder Einschränkungen vor. In der Stahlindustrie wird Erdgas zur Wärmeerzeugung benötigt, etwa beim Walzen oder in der Kokerei. Weniger Gas bedeutet weniger Produktion. Das könne „bis zu einer bestimmten Schwelle begleitet werden“, erklärt eine Konzernsprecherin. Ein Mindestbezug sei zur Aufrechterhaltung der Abläufe aber unverzichtbar, ansonsten könne man Stilllegungen und Anlageschäden nicht ausschließen. Einsparpotenziale sieht Thyssenkrupp beim Gas kaum: „Eine Umstellung auf Erdöl oder Kohle ist in unseren Produktionsprozessen nicht möglich.“

Die Nummer zwei, die Salzgitter AG aus Niedersachsen, betont ebenso: „In der Stahlherstellung gibt es mehrere Verarbeitungs- und Hilfsprozesse, die auf Erdgas angewiesen sind.“ Ziel sei es, dessen Einsatz „auf ein Minimum zu beschränken“. Teilmengen ließen sich mit Öl ersetzen. Außerdem nutze man verstärkt die sogenannten Kuppelgase, die als Nebenprodukte anfallen. Salzgitter will die Gewinnung des Roheisens mittelfristig von Kokskohle auf Wasserstoff umstellen – übergangsweise werden aber auch hier Erdgasgemische…