Flughäfen
Flug-Chaos in Heathrow: Streit zwischen Airport und Airlines

Chaos nach Corona in Heathrow: British Airways verkauft vorerst keine neuen Tickets für Kurzstrecken ab London-Heathrow mehr. Foto

© Jonathan Brady/PA Wire/dpa

Gestrichene Flüge, lange Schlangen: An vielen Flughäfen herrscht aktuell Chaos. Besonders schwierig ist die Lage in London-Heathrow. Der Airport reagiert – und bringt die Airlines gegen sich auf.

Kurzfristige Reisen in den Sommerferien werden für Urlauber aus Großbritannien immer komplizierter – und teurer. Die größte britische Fluglinie British Airways verkauft mindestens bis zum 8. August keine neuen Tickets für Kurzstrecken mehr ab London-Heathrow. Wie die Zeitung „Times“ am Dienstag berichtete, wurden solange alle Verbindungen am wichtigsten Flughafen des Landes zu Zielen in anderen Teilen des Vereinigten Königreichs sowie in die EU, aber auch über Marokko und Kairo aus dem Verkauf genommen.

Es sei „sehr wahrscheinlich“, dass die Maßnahme bis zum Ende des Sommers ausgedehnt werde, sagten Branchenexperten dem Blatt. Der Schritt werde zudem für höhere Preise an anderen Airports sorgen. Für Reisende verschärft sich damit das Flugchaos noch einmal. Seit Wochen klagen sie über stundenlange Wartezeiten und verhinderte Reisen.

Damit ist Heathrow zwar nicht alleine. Auch an anderen britischen Airports sowie an einigen EU-Flughäfen gibt es enorme Probleme. In Kopenhagen stapelten sich Gepäckstücke, in Köln standen Reisende stundenlang bei der Sicherheitskontrolle an. Am vergangenen Mittwoch legte die Gewerkschaft Verdi mit einem Warnstreik nahezu das komplette Lufthansa-Flugprogramm lahm. Mehr als 1000 Flüge fielen aus, etwa 134 000 Passagiere mussten ihre Pläne ändern. Verdi droht bereits mit weiteren Warnstreiks zur Hauptreisezeit, falls die an diesem Mittwoch beginnenden Verhandlungsrunde ohne Durchbruch bleibt.