von Noelia Sanchez-Barón

01.08.2022, 17:12
4 Min. Lesezeit

Eigentlich sollte das eine positive Geschichte werden: Am vergangenen Mittwoch kündigte das spanische Ministerium für Gleichstellung eine große Kampagne für die körperliche Vielfalt von Frauen an. Der Titel: „Der Sommer gehört uns“.  Zu dem Zeitpunkt ahnten fünf Frauen noch nicht,  dass ihre Körper ohne Einwilligung benutzt und bearbeitet wurden.

Als „Katastrophe“ wird die Kampagne der Regierung von der Zeitung „El Español“ betitelt. Eine Kampagne, die gegen Diskrimierung vom Spanischen Fraueninstitut konzipiert wurde, entpuppte sich in den letzten Tagen als Beispiel für Rechteverletzung von Frauen und „wirtschaftliche Gewalt“, wie es ein Twitter-Nutzer beschrieb.

„Sie haben mich nicht respektiert.“ 

„Mein Bild wird von der spanischen Regierung in einer Kampagne verwendet, aber sie haben nicht nach meinem Bild oder meiner Erlaubnis gefragt!“, teilte die Britin Nyome Nicholas-Williams entsetzt am Freitag auf Instagram mit. „Ich bin erschöpft. Ich bin ausgelaugt. Es ist alles zu viel“, lautet ihr Kommentar in der Beschreibung.

Es sei das zweite Mal innerhalb der letzten zwei Jahre, dass ihr Körper fremdverwendet wurde. Am Wochenende meldete sich eine weitere betroffene Frau: Siân Green-Lord tauchte auf der Bildfläche auf.

links das Originalbild, rechts das Design von Arte Mapache

© Instagram/curvynyome

„Ich kann nicht erklären, wie viel Wut ich im Moment empfinde.“

Green-Lord ist die Frau links. Mit schwarzer Sonnenbrille und Getränk in der Hand posiert sie neben den vier anderen Frauen am Strand. Das Original-Foto stammt aus ihrem Ibiza-Urlaub. Sie zeigt sich dort mit der exakt gleichen Pose.

Ein wichtiges Körpermerkmal fehlt aber: Die Prothese am linken Bein wurde retuschiert…