Meinung

Fußball-EM
Die letzten Minuten des EM-Finales schmälern den Sieg der Engländerinnen

Die Engländerinnen zeigten auch das hässliche Gesicht des Frauen-Fußballs. Hier Jill Scott (M.), wie sie ihre deutsche Gegenspielerin beschimpft

© Joe Giddens/PA Wire / DPA

01.08.2022, 10:59
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Ein Fußball-Fest endet mit Minuten voller Unsportlichkeiten – doch der Erfolg gibt den Engländerinnen Recht. Trotzdem hätte die Fußball-EM einen anderen letzten Eindruck verdient.

Die Fußball-EM hat erstklassige Werbung für den Frauen-Fußball gemacht: spannende Spiele, schöne Tore und vor allem wenig Theatralik. Während man sich bei den Männern längst dran gewöhnt hat, dass die kleinste Berührung zu Schmerzensschreien und Am-Boden-Wälzen führt, waren die gefoulten Frauen bei der EM meist schnell wieder auf den Beinen. So also kann Fußball auf Spitzen-Niveau also auch sein.

Umso bedauerlicher ist daher das Schauspiel, das die Engländerinnen vor allem in den letzten Minuten des Finales aufgeführt haben: Zeitspiel bis zum Äußersten. Sei es beim Ausführen von Ecken, wo die Lage des Balles nur millimeterweise korrigiert wurde, sodass die Linienrichterin drei Mal eingreifen musste. Oder die Torhüterin Mary Earps, die auch nach einfachsten Paraden erst einmal vornüber kippte, um noch mit dem Ball in den Armen liegen zu bleiben: Hauptsache, wieder ein paar Sekunden von der Uhr nehmen. Hinzu kommt Einwechselspielerin Jill Scott, die nach einem Zweikampf mit Sydney Lohmann aufsprang und die Deutsche mit „Fuck off, you fucking prick!“ beschimpfte, zu deutsch etwa: „Verpiss Dich, Du Idiotin!“ – und dafür in sozialen Medien von England-Fans gefeiert wird.

Tricks der Engländerinnen im EM-Finale „clever“

Natürlich sind das keine neuen Tricks und sind irgendwo zwischen „handelsüblich“ und „clever“, um im…