An der Spitze des neuen siebenköpfigen Gremiums steht die Konflikt- und Friedensforscherin Nicole Deitelhoff. Das teilten die Gesellschafter der documenta, die Stadt Kassel und das Land Hessen, am Montag mit. „Wir erwarten, dass unter Berücksichtigung der grundrechtlich geschützten Kunstfreiheit Hinweisen auf mögliche antisemitische Bildsprache und Beförderung von Israel-bezogenem Antisemitismus nachgegangen wird“, betonte der Aufsichtsratsvorsitzende, Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle.

Nicole Deitelhoff hat den Vorsitz des neu ernannten Fachbeirats der documenta 15

Neben Deitelhoff, die als Professorin für Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungspolitik an der Goethe-Universität Frankfurt tätig ist, gehören zum Fachbeirat: Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Julia Bernstein, Professorin für Diskriminierung und Inklusion in der Einwanderungsgesellschaft an der Frankfurt University of Applied Sciences, Marina Chernivsky, Gründerin und Geschäftsführerin der Berliner Beratungsstelle bei antisemitischer Gewalt, Peter Jelavich, Professor für Geschichte an der Johns Hopkins University, Maryland (USA), Christoph Möllers, Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie Facil Tesfaye, Juniorprofessor an der School of Modern Languages and Cultures, Universität Hong Kong. Kulturstaatsministerin Claudia Roth hat die Berufung eines Gremiums zur Begleitung der documenta nach dem Antisemitismus-Eklat begrüßt. „Eine solche breit aufgestellte fachwissenschaftliche Begleitung dieser Kunstausstellung ist notwendig und überfällig“, sagte die Grünen-Politikerin. Mit der Kunstfreiheit gehe in öffentlich geförderten Kulturinstitutionen Verantwortlichkeit einher, sagte Roth.

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