Chloe Kellys Siegtreffer für England im Finale der Euro 2022 war das Ende eines besonderen Turniers. So viel Aufmerksamkeit für den Fußball der Frauen gab es noch nie. Auch Martine Voss-Tecklenburg war begeistert. „Es ist toll, dass wir das ganze Turnier im Rampenlicht standen“, sagte die Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg schon am Vorabend des Endspiels. „Wir haben bestätigt, dass es nicht nur um Marketing und Fans geht. Es war auch ein großartiges Turnier im rein sportlichen Sinne.“

Gestiegene Qualität

In der Gruppenphase gab es viele technisch und taktisch hervorragende Mannschaftsleistungen zu sehen. Die K.o.-Runden waren von ähnlich hoher Qualität, wobei die beiden Finalisten England und Deutschland in puncto Spielwitz, Einsatz und Taktik herausragten. 

Eine statistische Analyse des britischen Sportportals „The Athletic“, die vor dem Finale veröffentlicht wurde, ergab, dass sich die Qualität des Fußballs im Vergleich zur Euro 2017 verbessert hat. Die Passgenauigkeit stieg um sechs Prozent auf 77 Prozent. Dagegen sank die Zahl der Fehler, die zu Toren führten.

Die Qualität des Spiels ist im Vergleich zu vorherigen EM-Turnieren deutlich gestiegen

Die Professionalisierung des Frauenfußballs spielte dabei eine große Rolle, insbesondere in England, wo die Women’s Super League im Jahr 2018 neue Maßstäbe setzte. Doch selbst auf der Insel müssen viele Spielerinnen andere Wege finden, um finanziell über die Runden zu kommen. Das niedrigste Jahresgehalt in der höchsten Spielklasse beträgt etwa 20.000 Pfund, umgerechnet rund 24.000 Euro. 

Erfolg zunehmend an Geld gekoppelt

Angesichts des rasanten Wandels in England – und in geringerem Maße auch in Spanien, Frankreich und Italien – hat die Bundesliga Mühe mitzuhalten. Deutschland war lange Zeit eine dominierende Kraft auf dem Kontinent. Doch die Zuschauerzahlen und die Finanzen der Bundesliga hinken hinterher.

„Wir wollen mehr Chancengleichheit, bessere Stadien, mehr Zuschauer, mehr Sendezeit…