Energie
Übergewinnsteuer für Scholz derzeit kein Thema

Für Bundeskanzler Olaf Scholz ist eine Übergewinnsteuer für Energieunternehmen aktuell kein Thema. Foto

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Ist es fair, dass manche Unternehmen an der Krise gewinnen? Darüber streitet auch die Bundesregierung. Der Kanzler lässt auf den Koalitionsvertrag verweisen, der aus der Zeit vor dem Ukraine-Kreig stammt.

Die Einführung einer Sondersteuer auf hohe Zusatzgewinne von Energieunternehmen ist für Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) einem Sprecher zufolge akut kein Thema. „Aus Sicht des Kanzlers ist eine Übergewinnsteuer derzeit nicht vorgesehen“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Wolfgang Büchner am Montag in Berlin. Büchner verwies in diesem Zusammenhang auf die Vereinbarungen des Koalitionsvertrags. Zugleich aber reißen Forderungen nach einer solchen Steuer nicht ab.

Sie wird diskutiert, weil besonders Energieunternehmen von den hohen Preisen durch den Ukraine-Krieg profitieren. Man müsse einen Weg finden, mit den Übergewinnen umzugehen, sagte ein Sprecher von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). Über die von der EU-Kommission vorgeschlagene, zeitlich begrenzte Besteuerung von Zusatzgewinnen könne man sprechen.

Finanzminister Christian Lindner (FDP) lehnt eine Übergewinnsteuer dagegen klar ab. Sie sei aus seiner Sicht nicht das geeignete Mittel, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums. Zudem habe man im Koalitionsvertrag vereinbart, dass es weder Steuererhöhungen, noch neue Steuern geben solle.

„Ökonomisch gefährlich“?

Wissenschaftliche Berater von Lindner gehen davon aus, dass eine Sondersteuer zu „willkürlichen Belastungen und Verzerrungen“ führen würde. „Insbesondere für die Innovationskraft einer Ökonomie kann eine Übergewinnsteuer fatal sein“, heißt es in der…