Es hatte alles so vielversprechend angefangen: Keine Frau solle mit einem schlechten Gefühl an den Strand gehen, weil ihr Körper vielleicht nicht klassischen Schönheitsidealen oder medialen Stereotypen entspricht, dachte sich die spanische Regierung. Pünktlich zur Sommersaison startete sie deshalb eine Kampagne mit dem Namen „Der Sommer gehört auch uns“, die Frauen zu einer positiven Einstellung zum eigenen Körper ermutigen sollte.

Auf einem Bild, welches vom spanischen Ministerium für Gleichberechtigung gepostet wurde, sind drei übergewichtige Frauen zu sehen. Außerdem eine ältere Dame, die trotz entfernter Brust oben ohne am Strand steht. Eine weitere Frau liegt auf einem Strandtuch, alle gemeinsam scheinen sie einen fröhlichen Strandtag zu haben.

„Diese Kampagne ist so nötig“

Die Aktion des spanischen Ministeriums für Gleichberechtigung schien einen Nerv zu treffen. Das Kampagnen-Bild, welches vom staatlichen Fraueninstitut entwickelt wurde, wurde auf dem Twitter-Konto des Ministeriums tausendfach geteilt. Viele ausländische Medien griffen die Aktion auf.

Vor allem spanische Frauen – jung und alt – waren begeistert. „Diese Kampagne ist so nötig“, erzählt die 18-jährige Lucía der DW. „Vor allem Teenager haben oft Komplexe, weil sie glauben, ihr Körper sieht nicht aus wie der in irgendwelchen Magazinen.“ Außerdem gebe es in Spanien noch immer eine Form von „Machismo“, der von Frauen verlange, für einen Mann perfekt zu sein.

Die 63-jährige Maria sieht das ähnlich: „Auch im 21. Jahrhundert denken wir noch, ein dicker Körper sei ein fehlerhafter Körper.“ Nicht der Norm zu entsprechen, werde noch immer an vielen Orten mit bösen Blicken oder Kommentaren bestraft, egal ob am Strand, an der Bar oder am Swimmingpool.

„Das ist immer noch mein Körper“

Doch bereits kurz nach Veröffentlichung des Kampagnen-Fotos gab es erste Anschuldigungen gegen die Verantwortlichen der Initiative. Ein britisches Model namens Nyome Nicholas-Williams berichtete, ihr Foto sei…